Nee, Märchen gibt’s hier nicht, aber Geschichte und Geschichten von norwegischen Persönlichkeiten.
Dass Roald Amundsen in einem Rennen auf Leben und Tod als erster Mensch den Südpol erreichte, weiß jedes Kind. Kaum bekannt ist hingegen, dass sein wahres Lebensziel der Nordpol war, den er wie ein Besessener wieder und wieder zu erstürmen versuchte und 1926 schließlich in einem Zeppelin überflog. Tor Bomann-Larsen erzählt die Geschichte des Mannes, der stets danach trachtete, als erster Mensch den Fuß in bis dahin unbekannte Weltgegenden zu setzen, während er sein eigenes Leben in Nebel hüllte und »sein Hirn wie einen Banktresor verschloss« (Lion Feuchtwanger). So blieb eine Frage bislang offen: Wer war Roald Amundsen wirklich? Der norwegische Journalist und Historiker Tor Bomann-Larsen erzählt das atemberaubende Leben einer Figur von antiker Wucht: Ohne falsche Ehrfurcht zeigt er die vielen Gesichter des gefeierten Entdeckers, der nicht nur Held und Idol, sondern auch ein kaltschnäuziger Lügner, ein skrupelloser Geschäftsmann und nicht zuletzt ein brillanter Vermarkter seiner selbst war. Amundsen war ein rastloser, zuweilen erratischer Getriebener, der sein Leben lang das Abenteuer suchte und darüber schließlich zum Mythos wurde – als er 1928 bei dem Versuch, mit dem Flugzeug einen Konkurrenten aus Seenot zu retten, spurlos verschwand
Das Ziel seines Lebens, den Nordpol, hatte zwei Jahre zuvor bereits ein anderer erreicht, Robert Peary. Amundsen dagegen eroberte das Lebensziel eines anderen, der zu diesem Zeitpunkt noch 640 Kilometer hinter den Norwegern um den Ausstieg aus dem Beardmore-Gletscher kämpft. Vier Wochen später, steht Robert Falcon Scott mit der britischen Polmannschaft am Ziel und pflanzt neben die norwegische Flagge die des britischen Empires.
Thor Heyerdahl war überzeugt: Die polynesische Kultur hat ihren Ursprung in Peru. Doch waren Menschen mehr als 1.500 Jahren fähig, die Weiten des Pazifischen Ozeans zu überqueren? Um zu demonstrieren, dass es möglich war, baute er zusammen mit fünf Kollegen ein einfaches Floß – »Kon-Tiki«. Und begab sich im Frühjahr und Sommer 1947 auf abenteuerliech Fahrt. Nach 101 Tagen erreichte er – der Fachwelt zum trotz – sein Ziel. Seine schriftliche Dokumentation von der ersten Idee über die Vorbereitungen bis zur schönen und gefahrvollen Überfahrt fasziniert Leser in aller Welt schon seit Generationen.
Auf der Südseeinsel Fatu Hiva hörte Thor Heyerdahl erstmals die Sage von dem Sonnengott Tiki. Das war der Anstoß zu seiner Kon-Tiki-Expedition. Auf einem Floß aus Balsastämmen ließ er sich zusammen mit seinen 5 Begleitern 101 Tage lang und fast 7.000 Kilometer weit über den Pazifik treiben, um zu beweisen, dass die Besiedlung Ozeaniens von Südamerika aus möglich gewesen wäre.
Seine unkonventionelle Art, Wissenschaft und Abenteuer, spektakuläre Entdeckungsreisen und Forschung zu verbinden, haben ihn weltberühmt gemacht. Die vorliegenden Erinnerungen bestechen zusätzlich durch Witz und Weisheit.
Gefangen im Packeis
Am 24. Juni 1893 bricht der Norweger Fridtjof Nansen zu einer der gewagtesten Expedition der Geschichte auf. Sein Ziel: die Eroberung des Nordpols. Zunächst per Schiff, dann mit Hundeschlitten versuchte sich Nansen einen Weg durch die nördlichen Eiswüsten zu bahnen. Doch was als Forschungsexpedition begann, wurde bald zu einem abenteuerlichen Kampf ums Überleben …
In Nansens packendem Reisebericht über seine epochemachende Polarfahrt wird auch heute noch das große Abenteuer lebendig. Ein Klassiker der Entdeckungsliteratur!»Es ist ein seltsames Gefühl, so im Nebel zu rudern, wie wir es tun, ohne auch nur einen Kilometer weit voraus zu sehen. Das Land, das wir entdeckt haben, haben wir hinter uns gelassen. Wir hoffen auf klares Wetter, damit wir sehen können, wo das Land vor uns liegt – denn Land muss dort sein. Dieses ebene, ununterbrochene Eis muss mit irgendwelchem Land in Verbindung stehen. Aber klares Wetter, scheint es, sollen wir nicht haben; unaufhörlich Nebel.«Fridtjof Nansen (1861-1930), norwegischer Polarforscher und Zoologe, gehört zu den bedeutendsten Entdeckungsreisenden der Geschichte. Er durchquerte zu Fuß Grönland und versuchte in seiner berühmten Polarexpedition den nördlichsten Punkt der Erde zu erreichen. Nach seiner Rückkehr schrieb er seine Erlebnisse nieder. Später begann er als Politiker und Diplomat eine zweite Karriere. Für sein humanitäres Engagement u.a. bei der Rückführung von Kriegsgefangenen nach dem Ersten Weltkrieg erhielt er 1922 den Friedensnobelpreis.
»Ich fange ihr Gesicht mit meiner Kamera ein. Zoome sie heran, stelle das Bild scharf und halte sie fest. Im Sucher sieht Liv Ullmann aus wie im Kino. Ich habe dieses Gesicht in unzähligen Rollen gesehen. Dieses Gesicht ist ihr Arbeitsgerät, und gleichzeitig spiegelt es ihr Inneres. Es ist Maske wie Seele, Versteck wie Fenster. Ich weiß, dass es sämtliche Nuancen des menschlichen Gefühlsspektrums ausdrücken kann.«
Edvard Hambro ist ein intimer Kenner der großen Film- und Theaterschauspielerin, Regisseurin und UNICEF-Sonderbotschafterin Liv Ullmann. Sein biographisches Porträt dieser faszinierenden Frau basiert auf persönlichen Erzählungen, Tagebüchern und Familiendokumenten, und so ist Hambros Ton freundschaftlich-plaudernd, seine Annäherung an Liv Ullmann einfühlsam, doch niemals wertend.
In vier Abschnitten erzählt Hambro von Ullmanns Kindheit in Japan und ihrer Rückkehr nach Norwegen, von den Anfängen ihrer glanzvollen schaupielerischen Karriere und von ihren Ehen. Ein ganzes Kapitel widmet Hambro Ullmanns privater und beruflicher Beziehung zu Ingmar Bergman, um im letzten Teil schließlich über ihre Aktivitäten als UNICEF- und IRC-Mitarbeiterin und ihre Anfänge als Regisseurin zu berichten.
Edvard Grieg war zu seinen Lebzeiten eine gefeierte Größe des europäischen Musiklebens. Von Liszt lebhaft begrüßt und empfohlen, von Brahms und Tschaikowsky hochgeschätzt, eroberte er sich mit seinen von spätromantischem Geist geprägten, bis zum musikalischen Impressionismus vorstoßenden Kompositionen wie dem Klavierkonzert, der Musik zu Ibsens Peer Gynt und zahlreichen Liedern die Konzertsäle im Sturm. Seine Lyrischen Stücke begeisterten die klavierspielenden Musikliebhaber.
Grieg hatte am Leipziger Konservatorium studiert und bezeichnete sich später einmal als »musikalisch ganz deutsch«. Nach der Rückkehr in die Heimat lauschte er mit Hingabe den Liedern und Tänzen der norwegischen Bauern und entwickelte auf dieser Grundlage seinen charakteristischen Stil. Für ihn war das nicht nur eine musikalische Frage, sondern auch eine politische. Grieg, ein Meister der Poesie in Tönen, war zugleich bewusster Demokrat und Patriot. Seine Ideale waren Gerechtigkeit und Menschlichkeit.
Aus dem Inhalt:
– Künstlerische Herkunft: Kristiania, Paris, Berlin
– Der Lebensfries: Ein Gedicht vom Leben, von der Liebe und vom Tod
– Späte Anerkennung: Portraits, Landschaften, Selbstbildnisse
– Biographischer Überblick
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