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Heute wollen wir also eine Fahrt durch den Lysefjord machen. Wir haben absichtlich die Fähre um 15.10 Uhr gewählt, weil a) wir als notorische Langschläfer die alternative Fähre um 9.10 Uhr eh nicht geschafft hätten und b) der Fjord von West nach Ost durchfahren wird, sodass wir immer die Sonne im Rücken haben werden.
Am Vormittag kaufen wir erst einmal gründlich ein. Gegen 14 Uhr brechen wir dann nach Forsand auf. Diesen Ort hatten wir als Startpunkt gewählt, weil er von Tau aus ohne Fährüberfahrt erreichbar ist. Auf dem Rv13 fahren wir die paar Kilometer über Jørpeland und am Abzweig zum Preikestolen vorbei bis zur imposanten Brücke über den Lysefjord. Nach deren Überquerung (leider gibt es keine Möglichkeit zum Anhalten, um das Bauwerk zu fotografieren) ist es nicht mehr weit bis zum Fähranleger. Dort warten schon einige Fahrzeuge und wir reihen uns in die noch kurze Schlange ein.
Die Tourifähre kommt
Kurz nach 15 Uhr kommt die Touristenfähre, die sich als ganz normale Fjordfähre herausstellt. Ein Angestellter geht die Reihe der wartenden Autos ab und checkt die Bestellnummern. Alles ist in Ordnung, unsere Internetbestellung hat also geklappt. Dann fahren wir auf die Fähre und suchen uns einen Platz an Deck. Zum Glück ist es nicht sehr voll an diesem Montag, sodass jeder einen guten Platz bekommt. Man schnappt sich einfach einen der Plastikstühle und platziert sich dort, wo man glaubt, einen guten Blick auf die Attraktionen zu bekommen. Sehr entspannt.
Unter der Lysefjordbrua
Dann geht es los. Der Wind auf dem Wasser lindert die Hitze etwas, sodass wir eine sehr angenehme Überfahrt haben werden. Eine Stimme aus den Lautsprechern informiert uns auf Norwegisch, Englisch und Deutsch über einige grundlegende Daten zum Fjord. Wir genießen die gemütliche Fahrt bei bestem Wetter in überwältigender Landschaft. Zwischendurch kommt der Kassierer vorbei und erleichtert unsere Urlaubskasse um 680 NOK für ein Auto mit Fahrer, eine Erwachsene und ein Kind.
Nach einiger Zeit fährt die Fähre ganz dicht ans (in Fahrtrichtung) linke Ufer bis sie mit dem Bug in eine kleine Bucht taucht und die Felsen fast berührt. Das gewagte Manöver vollführt der Kapitän zu Musik von Grieg und erhält dafür (für das Manöver, nicht die Musik) zu Recht Applaus. Die Attraktion, die der Grund für dieses Schauspiel ist, ist die Fantehola (auch Fatahålå geschrieben), eine Höhle, in der sich der Sage nach Landstreicher vor der Polizei versteckt haben.
Wir bleiben weiter auf der linken Seite des Fjords. Die nächste Attraktion ist der Preikestolen, die sogenannte Kanzel, ein Felsplateau, das sich fast senkrecht ca. 600 m über dem Fjord befindet. Die Sonne arbeitet den Preikestolen perfekt heraus, sodass er sich schön von der restlichen Felswand abhebt. Sehr beeindruckend, auch wenn der Blick von oben sicher noch beeindruckender ist, aber Conni lässt sich nicht zu einer Wanderung dorthin überreden.
Als nächstes kommt der Wasserfall Whiskeyfossen (auch andere Schreibweisen finden sich) dran, ein an sich mäßig beeindruckender Wasserfall, dessen Geschichte ihn erst interessant macht. Angeblich hat sich hier einst ein Deutscher versteckt und eine Whiskey-Destille betrieben, bis er entdeckt wurde. Bis heute soll noch gelegentlich Whiskey den Wasserfall hinabfließen.
Lysefjord-Impression
Das stillgelegte Wasserkraftwerk von Flørli
Wir wechseln jetzt auf die rechte Fjordseite, wo es das stillgelegte Wasserkraftwerk von Flørli zu bewundern gibt. Die Rohre, die das Wasser transportierten, sind 740 m lang, und sie werden von einer Holztreppe begleitet, die mit 4444 Stufen die längste der Welt ist.
Die (verwackelte) Seehundkolonie vom Lysefjord
Kurze Zeit später kündigt die Lautsprecherstimme an, dass es eventuell Seehunde zu sehen gäbe. Hier, weit im Innereren des Fjords, hat sich eine kleine Kolonie der possierlichen Tiere niedergelassen. Ich schraube schon mal mein Telezoom auf die Kamera und fahre es auf 240 mm (360 mm equiv.) Brennweite aus. Dann verkündet der Kapitän, dass tatsächlich einige Seehunde am Ufer zu sehen seien. Leider liegt das Ufer im Schatten, und ich bin nicht geistesgegenwärtig genug, auf Blendenautomatik und eine kurze Verschlusszeit umzustellen. So sind dann leider alle Fotos mehr oder weniger verwackelt. Aber man kann die Tiere immerhin erkennen.
Kurz darauf kommt die mit ca. 1000 m höchste Felswand, der Kjerag, in Sicht. Angeblich soll man auch den in einer Felsspalte eingeklemmten Felsbrocken, den Kjeragbolten, erkennen können. Ich mache einige Fotos in der Hoffnung, ihn darauf später entdecken zu können. So ad hoc können wir ihn jedenfalls nicht klar ausmachen.
Unsere Reise geht jetzt nach gut zwei Stunden Fahrtzeit zu Ende, und wir legen in Lysebotn am Ende des ca. 40 km langen Fjords an. Das war eine spannende und zugleich entspannte Tour durch faszinierende Landschaft mit interessanten und amüsanten Geschichten, die wir – zumal bei so schönem Wetter – nur empfehlen können.
Das Aussichtslokal Øygardstølen
Jetzt heißt es klettern. Mit insgesamt 27 Haarnadelkurven inklusive eines Spiraltunnels schraubt sich die 1984 eröffnete Straße zunächst auf 640 m. Am Ende der Kurven, in Schwindel erregender Lage, befindet sich der Øygardstølen, ein Restaurant mit Panoramablick auf den tief unten liegenden Lysefjord. Hier ist auch der Ausgangspunkt für Wanderungen zum Kjerag. Wir machen allerdings nur ein paar Fotos und fahren weiter, noch weiter hinauf.
Das Bild der Landschaft ändert sich drastisch. Hier in über 900 m Höhe (die wir bzw. unser Auto mal eben von Meereshöhe hinaufgeklettert sind) eröffnet sich eine ganz andere Szenerie. Bäume gibt es hier nicht mehr, dafür Seen, Schnee und Felsen, viele abgeflachte Felsen. Unwillkürlich kommt einem wieder der Begriff Mondlandschaft in den Sinn, obwohl das Quatsch ist, denn auf dem Mond gibt es weder Seen noch Vegetation noch Schnee.
Auf der Passhöhe
Viele Steinmännchen gibt es hier oben. Wer die wohl alle gebaut hat? An der höchsten Stelle, auf 932 m ü.d.M, gibt es einen Parkplatz mit einer Informationstafel zu der Straße (mit einer Telefonnummer, die man anrufen soll, wenn man nach dem ersten Oktober noch Schafe entdeckt) und zig, wenn nicht hunderten dieser Steinmännchen. Muss ein Hobby der Touristen sein.
Langsam kommen wir wieder in niedrigere und bewohntere Gebiete. Nach 29 km ist der Zauber zu Ende. Wir befinden uns auf einer kleinen Landstraße im Sirdal, die schon bald in den Rv45 mündet. Wir folgen dem schönen Hunnedalen und dem Øvstabødalen, wo aus heiterem Himmel eine Mautstation auftaucht, an der wir 40 NOK nachträglich per Rechnung bezahlen sollen. Mal sehen, wann die kommt. Die Rechnungen aus Oslo vom März sind bis jetzt jedenfalls noch nicht bei uns eingetroffen.
Wir folgen dem Rv45, Rv508 und Rv13 bis Lauvvik, wo wir ca. 30 min auf die Fähre nach Oanes warten müssen. Danach geht es weiter auf dem Rv13, bis wir gegen 21.30 Uhr wieder zu Hause sind. Ein weiterer wunderschöner Tag geht zu Ende, und die Wettervorhersage ist zumindest für morgen weiterhin gut.
Was sollen wir heute machen? Die Wettervorhersage sagt einen letzten schönen Tag voraus, bevor es bewölkt und regnerisch werden soll. Wir entscheiden uns für einen Besuch an Norwegens (laut Reiseführer) schönstem Strand. Der liegt südlich von Stavanger in der Region Jæren bei Orre. Anschließend wollen wir uns noch kurz Stavanger bei schönem Wetter ansehen. Einen Ausflug in die Großstadt hatten wir eigentlich für schlechteres Wetter vorgesehen, aber einige Fotos bei blauem Himmel können nicht schaden.
Der Weg zum Strand führt uns über den Rv13 nach Oanes, wo wir nach Lauvvik übersetzen, dem wir Richtung Sandnes folgen. Dabei wir die Landschaft immer flacher und stärker besiedelt. Bei Sandnes wechseln wir auf den Rv44 bis Kleppe, wo wir den Rv507 ans Meer nehmen. Jetzt wird die Landschaft immer ländlicher, was man nicht nur sehen, sondern auch riechen kann. Noch ist nichts von einem Strand oder Hinweisen darauf zu sehen. Doch plötzlich ist die Straße voll mit am Straßenrand parkenden Autos, und wir sehen die Abfahrt zu einem großen, überfüllten Parkplatz. Wir entscheiden, dass es keinen Sinn hat, auf den Parkplatz zu fahren und auf einen idealen Parkplatz zu warten. Stattdessen parken wir ebenfalls am Straßenrand und gehen die paar hundert Meter zum Parkplatz, wo es auch ein Haus mit Toiletten und dem Verkauf von Lebensmitteln gibt. Wir schleppen unser Geraffel die Straße entlang und anschließend über mit Strandhafer bewachsenen Dünen, die stark an Dänemark (oder Sylt) erinnern, wie übrigens auch der Dialekt, der hier gesprochen wird.
Auch der Strand erinnert an dänische Strände. Er ist lang und breit, aus feinstem Sand und voll mit Menschen, jedenfalls direkt am Zugang. Schon ein paar Meter weiter hat man die freie Auswahl. Wir breiten uns aus und genießen das Strandleben mit Sonne, Lesen und Baden. Das Wasser kommt uns zunächst kühl vor, aber das ist nur am Anfang so. Als wir erst einmal drin sind, wollen so schnell nicht wieder raus. Es ist sehr angenehm, der Boden fällt nur langsam ab, es gibt keinerlei Steine, Wasserpflanzen oder sonstige unangenehme Dinge am Meeresboden. Mit anderen Worten: Ein sehr kinderfreundlicher Strand
Norwegisches Strandleben
Nein, das ist wirklich nicht Dänemark
Über den Dächern von Stavanger
Innenstadt
Geschäft für Graffiti-Bedarf
Farbenfroh
Fenster
Weiße Häuser
Das Hafenbecken Vågen
Gamle Stavanger
Gamle Stavanger
Nachdem wir genug gebadet, gesonnt und gelesen haben, packen wir unsere Sachen und fahren über Rv507, Rv510 und E39 nach Stavanger, dabei werden uns dreimal 13 NOK Maut abgeknöpft. In Stavanger finden wir einen Parkplatz an einem Postamt gegenüber der Schwimmhalle, der ab 18 Uhr unbegrenzt benutzt werden darf. Das passt, es ist gerade sechs als wir ankommen. Der Parkplatz erweist sich als optimal gelegen.
Kreuzfahrtschiffe
Wand bei einem hippen Klamottenladen
Wir gehen einmal um die Ecke und dann eine Treppe hinab, dann sind wir am Vågen, dem Hafenbecken im Zentrum Stavangers. Dort liegen zwei riesige Kreuzfahrtschiffe, von denen eines gerade ausläuft. Der erste Eindruck von Stavanger ist gut, es gibt viele hübsche alte Holzhäuser und verwinkelte Gässchen, jede Menge Geschäfte, darunter neben den üblichen Verdächtigen auch ausgefallene und besondere, und eine Vielzahl von Bars und Restaurants. Sehr gemütlich das Ganze.
Wir stapfen zunächst zum Valbergtårnet, einem alten Feuerwachturm, der auf einem Hügel unweit des Vågen liegt. Von hier aus könne wir das Auslaufen des zweiten Kreuzfahrtschiffes beobachten. Dann stürzen wir uns in die kleinen Gassen. Schade, dass die meisten Geschäfte schon geschlossen sind. Andereseits sind dadurch weniger Menschen unterwegs, und ich kann besser fotografieren. Manche Häuser sind quietschbunt und in gewagten Farbkombinationen gestrichen. An den Laternenmasten hängen Blumenbuketts.
Die »Earthrace«, ein Rennboot auf Biodiesel, macht Station in Stavanger
Auf der Fähre: Vielleicht hätte man mal jemanden fragen sollen, der sich damit auskennt …
Alles macht einen fröhlichen, lebensbejahenden, dabei aber trotzdem sauberen und ordentlichen Eindruck, wohl auch ein Ausdruck der exzellenten wirtschaftlichen Lage dieser wegen ihrer Off-shore-Industrie auch Dallas von Norwegen genannten Stadt, hängt aber zweifellos auch mit dem guten Wetter zusammen.
Wir machen einen Schlenker zur Domkirche und zurück an den Vågen, wo wir uns bei Burger King ein Abendessen kaufen, welches wir auf einer Bank am Vågen verspachteln. Dann laufen wir noch ein wenig im Stadtteil Gamle Stavanger umher und schauen uns die schmucken weißen, zumeist blumengeschmückten und bis zu 200 Jahre alten Holzhäuser an. Dabei ist dieses Viertel kein Freilichtmuseum, sondern ein (fast) normales Wohnviertel.
Zurück zu unserer Ferienwohnung nehmen wir die Fähre, die uns direkt nach Tau bringt. Wir erwischen das schnellste der drei dort verkehrenden Schiffe und sind in nur 30 min übergesetzt.
Der Wetterbericht hatte Recht. Es ist bewölkt und von Norden dräut ein Gewitter. Perfekt für einen Museumstag in Stavanger. Dieses Mal lassen wir das Auto zu Hause. In wenigen Minuten erreichen wir den Anleger in Tau zu Fuß, dann setzen wir nach Stavanger über, wo es vom dortigen Fähranleger bis zum Norsk Oljemuseum (Norwegisches Ölmuseum) nur ein paar hundert Meter Fußweg sind. Ein erstes Nieseln treibt uns direkt in das imposante Museumsgebäude, das die norwegischen Gebirge, die Küste und die Off-shore-Anlagen darstellen soll.
Drinnen startet die Ausstellung mit einer Darstellung der Entwicklung auf der Erde. Von einem 4,5 m (≡4,5 Milliarden Jahre) langen Zeitbrett belegt die Menschheit gerade mal 1,5 mm. Wichtiger ist hier aber die Entwicklung der Cyanobakterien, die bereits vor ca. 3,5 Milliarden Jahren einsetzt und wesentlich zur Entstehung des Öls beigetragen hat. Dann folgen weitere Ausstellungen zur Entstehung der Erde und des Öls, sowie zu dessen Entdeckung, Nutzung und Bedeutung. Anschließend wird die norwegische Ölförderung und deren Geschichte bis hin zu Einzelheiten sämtlicher Ölbohrplatformen und darauf verwendeter Gerätschaft dar- und ausgestellt. Auch gesellschaftliche und kontroverse Themen wie die Erderwärmung werden nicht ausgespart. Eine Vielzahl interaktiver Elemente runden das Angebot ab. So gibt es beispielsweise einen Raum, in dem man seine Stressresistenz testen kann. Man betritt einen komplett dunklen Raum, aus dem man herausfinden muss, wobei einem ständig erzählt wird, dass es brenne und dass man zusehen solle, dass man den Raum verlässt. Zur Not geht nach spätestens zwei Minuten das Licht an. Annika und ich benötigen 1:05 min. Nicht gerade rekordverdächtig, aber okay. Alles in allem ein sehr interessantes und didaktisch gut aufgemachtes Museum, in dem wir viel mehr Zeit verbracht haben, als wir ursprünglich gedacht hätten.
Das führt uns zu unserem nächsten Thema: Hunger. Der Einfachheit halber gehen wir in das dem Museum angeschlossene Restaurant, das – wie sich herausstellt ein Ableger der Restaurant-Kette Bølgen & Moi ist und somit kein sonst in Museen üblicher Self-Service-Laden, sondern ein ausgewachsenes Restaurant. Egal, essen wir also hier. Wir bestellen einen Cesar’s Salad für Conni, eine Pizza Milano für Annika und einen Thorenfeldt Burger für mich. Das läuft mit Preisen zwischen 139 und 159 NOK (ca. 17 – 20 EUR) unter »kleine« Gerichte. Dazu tinke ich eines der teuersten Biere aller Zeiten: 0,5 l Carlsberg für 69 NOK (ca. 8,50 EUR). Annika trinkt dafür einen der aromatischsten Apfelsäfte aller Zeiten. Alles ist sehr lecker und wir genießen sowohl das etwas edlere Essen als auch das Ambiente.
Schade, schon geschlossen …
Anschließend schlendern wir noch ein wenig durch die jetzt regennasse Stadt, was auch seinen Reiz hat. Dabei führt uns unser Weg auch um den See Breivatnet, wo uns die hässliche Seite Stavangers begegnet. Rund um den Bahnhof gibt es zahlreiche unansehnliche Betonburgen, teilweise in direkter Nachbarschaft zu historischen Holzhäusern, die dadurch optisch erschlagen werden. Naja, jede Stadt hat wohl ihre Bausünden. Das kann aber unseren sehr positiven Gesamteindruck von Stavanger nicht sonderlich schmälern. Zurück geht es wieder mit der Fähre.
Heute gibt’s die nächste Portion Kultur, und weil das Wetter wieder schön warm und sonnig ist, wird es ein Freilichtmuseum. Bei Forsand wurde ein frühzeitliches Dorf entdeckt und von Archäologen erforscht und auf den Namen Landa getauft. Da wollen wir hin.
Guide Monica doziert im Bronzezeithaus
Auf dem Rv13 fahren wir bis zum Lysefjord, wo wir dann abbiegen, um die Brücke zu überqueren. Pünktlich um 13 Uhr sind wir in Landa. Um 13.15 Uhr soll eine englischsprachige (wg. Annika) Führung stattfinden. Wir schauen uns erst einmal ein wenig auf dem Gelände um, dann beginnt die Führung. Monica, unser Guide, führt uns und eine weitere deutsche Familie zu dem ersten Haus. Es stammt aus der Bronzezeit. Monica erzählt zunächst etwas über die Ausgrabungsstätte und wie sie entdeckt wurde. Dann folgen Einzelheiten über das Haus. Sie macht das sehr locker und humorvoll. Alle haben Spaß und lernen gleichzeitig etwas.
Im Bronzezeithaus
Lehmofen
Selbstgebackene Vorzeitfladen
Eine Münze wird im Schmiedefeuer geschmolzen
Es folgt ein Kräutergarten von damals und dann das Haus eines Schmieds aus der Eisenzeit. Anschließend zeigt sie uns ein dreißig Meter langes Haus aus der Zeit um 600 n.Chr., in dem heute Feiern von Firmen oder Privatleuten stattfinden. Es würde zu weit führen hier alle Details aufzuführen, aber die Führung war wirklich sehr interressant und dauerte insgesamt zwei Stunden. Danach backen wir im Haus des Schmieds noch einfache Fladen über offenem Feuer und versuchen uns im Bogenschießen, Weben und dem Schmelzen einer 50-Øre-Münze im Schmiedefeuer. Bei allem ist uns Monica, nach der eigentlichen Führung, ständig behilflich und erklärt weitere Dinge aus dem damaligen Leben. Zum Schluss gibt sie uns noch den Tipp angesichts des schönen Wetters doch baden zu gehen und empfiehlt uns eine besonders schöne Stelle am Lysefjord. Wir bedanken uns und gehen.
Leider können wir heute noch nicht baden gehen. Wir haben kein Badezeug dabei. Aber die empfohlene Stelle wollen wir uns gern ansehen. Kurz vor dem Tunnel, dem die Brücke über den Lysefjord folgt, biegen wir links ab auf eine kleine Straße, die dem Südufer des Lysefjords einige Kilometer folgt. Die Straße unterquert die Lysefjordbrua, und siehe da, es findet sich doch noch ein Plätzchen, um sie zu fotografieren, von unten. Wir folgen der kleinen Straße und staunen, wie viele Häuschen es hier gibt. Nach einigen Minuten sehen wir ein Hinweisschild zu einer Badestelle und fahren hinunter zum Parkplatz. Als wir uns die Badestelle ansehen, ist sofort klar: wenn morgen schönes Wetter ist, werden wir wiederkommen und hier ein paar Stündchen verbringen. Monica hat nicht zuviel versprochen. Nach einem Wäldchen, das den Abhang zum Fjord bedeckt, folgen einige Wiesen und ein Sand-/Kieselstrand. Es gibt Tische und Bänke und ein Toilettenhäuschen, aber das Beste ist der Blick über den tiefblauen Fjord, auf die gegenüberliegende Felswand und den hellblauen Himmel.
Wir fahren nach Hause und freuen uns auf morgen.
Wir haben Glück: Das Wetter ist schön! Gegen Mittag fahren wir zu dem von Monica gestern empfohlenen und von uns in Augenschein genommenen Badeplatz. Er ist wirklich fantastisch. Der Parkplatz ist schon recht gut gefüllt, d.h. es sind schon ca. 6–7 andere Autos da. Wir suchen ein Plätzchen auf dem Rasen im Halbschatten der Bäume. Es ist angenehm warm. Nach einiger Zeit muss es sein. Wir wagen uns ins Fjordwasser. Es kostet (wie eigentlich immer) etwas Überwindung, aber erst einmal drin wollen wir so schnell nicht mehr heraus, herrlich.
Eine Fähre verschwindet im Fantehole
Ansonsten lesen wir, essen unsere mitgebrachten belegten Brote und relaxen einfach in dieser wunderbaren Natur. Nach ca. drei Stunden kommen ein paar Wolken auf, und wir beschließen, dieses paradiesische Plätzchen (von hier aus nochmals vielen Dank an Monica für den unbezahlbaren Tipp) zu verlassen, auch weil wir schon mal langsam anfangen müssen zu packen. Morgen fahren wir dann nach Arendal.
In der Nacht hat es geschüttet und gewittert, aber am Morgen ist es wieder schön, etwas kälter als in den letzten Tagen, aber sonnig. Wir stehen, für unsere Verhältnisse, früh auf und packen und putzen die Wohnung. Unsere Vermieterin hat sich die ganze Zeit nicht bei uns blicken lassen, und da wir nicht wissen wo sie wohnt, hinterlassen wir den Schlüssel unter der Fußmatte als wir gegen 10.20 Uhr diesen schönen Ort verlassen. Die Wohnung hat uns wirklich gut gefallen, und wir haben uns sehr wohl gefühlt.
Der See Eiken am Rv42
Für die Fahrt nach Arendal, wo wir schon vor einigen Monaten für drei Tage ein Hotelzimmer reserviert hatten, haben wir uns den Rv42 statt der sicherlich volleren E39 ausgesucht. Außerdem spart dieser Weg einiges an Mautgebühren, was allerdings nicht entscheidend ist. Wir fahren erst den Rv13 mit Fährüberfahrt Oanes–Lauvvik, dann den Rv508 und die E39, bis wir auf den Rv42 abbiegen, der in Egersund beginnt und in Arendal endet. Das Wetter ist häufig wolkig, sodass es nur wenige Fotostopps gibt.
Statue in Arendal
Altes Gymnasium im Stadtteil Tyholmen
Wir kommen ganz gut voran, und gegen 16.15 Uhr sind wir beim Arendal Maritim Hotel, zu dem uns unser Navi zuverlässig geführt hat. Wir checken kurz ein, was nur aus der Übergabe des Schlüssels besteht. Dann beziehen wir unser Zimmer. Ein per E-Mail bestätigtes drittes Bett fehlt, aber es gibt ein ausklappbares Sofa und Bettzeug im Schrank. Das Sofa stellt sich als viel zu klein heraus. Der nette Mann an der Rezeption verspricht, uns ein drittes Bett heraufzubringen. Das steht dann auch da, als wir mit Gepäck vom Auto zurückkehren, allerdings ist es zusammengeklappt und nicht bezogen. Das besorgen wir dann, wobei wir den Tisch umräumen müssen, sonst passt es nicht. Ein Minuspunkt beim Service, aber ansonsten ist alles okay, und es gibt gratis WLAN, ein Pluspunkt.
Am Abend spazieren wir noch ein wenig durch die Stadt. Das Wetter ist wieder besser, sodass man in einer leichten Jacke nicht friert. Wir essen im Restaurant Fiskebrygga, direkt am Hafenbecken Pollen, unter freiem Himmel Shrimpssalat und Nachos. Uns fällt auf: Die Bierpreise bei Bølgen & Moi in Stavanger waren doch gar nicht sooo abgefahren …
Dazu gibt es – umsonst und draußen – Musik von der Arendal Big Band. So klingt der Abend sehr stimmungsvoll aus.
Freizeitkapitäne lassen’s krachen
Regenschauer
Mädchenbeeindrucker
Beinahezusammenstoß
In den frühen Morgenstunden hat es geschüttet wie aus Eimern, aber am Morgen ist es wieder sonnig und warm. Nach einem guten Frühstück machen wir eine weitergehende Entdeckungstour durch Arendal. Hier ist nichts wirklich weit weg. Die Innenstadt ist schnell durchquert. Die Stadt selbst hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Es gibt viele Restaurants und Bars, einige schöne Teile mit alten Holzhäusern, aber auch viele nichtssagende und austauschbare Zweckbauten. Die Umgebung ist allerdings sehr schön.
Der Hafen von Arendal
Küste bei Arendal
Blick auf den Stadtteil Tyholmen
Leuchtturm
Leuchtturm mit Surfern
Noch’n Leuchtturm
Wolken
Am Nachmittag wollen wir eigentlich eine Bootstour rund um die Insel Hisøy machen, werden nach einem kurzen Wolkenbruch allerdings skeptisch. Als die Entscheidung, ob wir gehen sollen, ansteht, ist das Wetter aber wieder schön und wir spazieren zum Anleger am Pollen, dem zentralen Hafenbecken Arendals. Um 15 Uhr betreten wir das Ausflugsboot zusammen mit ca. 12 anderen Personen.
Pünktlich dampfen wir los und fahren aus dem Pollen nach rechts am Stadtteil Tyholmen vorbei. Wir passieren eine Küste, die mit vielen schnuckeligen Holzhäuschen, aber auch zahlreichen luxuriösen Villen (zum Glück meist trotzdem im lokalen Baustil) gespickt ist. Unzählige kleine und auch größere Motorboote befahren die Meerenge zwischen dem Festland und der Insel Hisøy, und noch mehr liegen and den privaten Anlagern. Segelboote sind eindeutig in der Minderzahl. Hier und da baden Menschen im Meer, es ist Sonntag.
Nach einiger Zeit kommen wir weiter hinaus aufs offene Meer und der Leuchtturm Store Torungen kommt ins Blickfeld. Einige Windsurfer zeigen hier draußen, wo es deutlich windiger ist als zwischen den Küsten, ihr Können und brausen durch das Meer. Das Wetter ist immer noch herrlich; wir genießen die Fahrt sehr. Die Infos aus dem Lautsprecher sind spärlich und meist nicht sehr informativ, aber das macht nichts.
Dann geht es langsam wieder Richtung Arendal weiter, vorbei an vielen Schären und kleinen Inseln. Gegen 16.50 Uhr sind wir wieder zurück.
Am Abend essen wir im Restaurant Castelle Krabbenbrot und Burger. Pasta und Tapas, die wir uns draußen auf der Speisekarte eigentlich schon ausgesucht hatten, sind leider aus. Das Essen ist okay, die Aussicht ist besser.
02.01.2010:
Godt nytt år - Frohes Neues...
27.12.2009:
Spende an "Save the Children"
24.12.2009:
God Jul - Frohe Weihnachten
03.11.2009:
Lofoten-Fotos online
30.08.2009:
Lofoten-Urlaub
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