Zur ersten WocheDie dritte WocheZur zweiten Woche
In der Nacht schon hören wir es kräftig regnen, und auch am Tage gibt es immer wieder Schauer. Das war es wohl erst einmal mit dem guten Wetter. Die weitere Vorhersage ist auch nicht berauschend, aber mit bislang zehn sonnigen und (zum Teil sehr) warmen Tagen können wir durchaus zufrieden sein.
Es ist also an der Zeit, einem der hiesigen Einkaufszentren einen Besuch abzustatten. Wir spazieren ins Amfi Teater, das mit 70 Geschäften das größte am Ort sein dürfte. Außerdem ist es wohl das modernste hier. Das Einkaufszentrum gefällt uns recht gut, obwohl die Betonung auf Klamotten- und Schuhläden für meinen Geschmack etwas zu groß ist.
Am Nachmittag essen wir wieder in der Fiskebrygga. Dieses Mal gibt es für alle drei die Fischsuppe. Sie ist ausgesprochen lecker und mit reichlich Fisch und Krabben bestückt. Ansonsten gehen wir durch die Stadt oder halten uns im Hotelzimmer auf. Morgen ist unser Aufenthalt in Arendal vorbei, und wir fahren nach Oslo.
Das Wetter ist besser als befürchtet, als wir unsere Sachen in den Wagen packen, heiter bis wolkig könnte man sagen. Gegen 11.15 Uhr fahren wir los, ab auf die E18 und dann immer geradeaus. Die Fahrt verläuft problemlos, auch dank einer Betonwand, die die Fahrtrichtungen trennt, als gerade einem LKW auf der Gegenspur ein Reifen mit lautem Knall platzt. Der Reifen löst sich vom Rad und rollt über die Straße. Möglicherweise hätte er uns getroffen, wenn diese Betonwand nicht gewesen wäre. Glück gehabt. Ich warne entgegenkommende Fahrzeuge mit der Lichthupe und hoffe, dass es etwas nützt.
Nach einem Snack im Mövenpick über der E18 irgendwo zwischen Larvik und Oslo erreichen wir gegen 15.15 Uhr die Catalina Appartments in der Fuglehauggata unweit des Vigelandsparken. Wir beziehen unser Appartment und packen aus. Das Appartmenthaus ist noch recht frisch renoviert und unser Appartment fast komplett eingerichtet. Es gibt eine Wohnzimmer-Küchenkombination, zwei Schlafzimmer, ein Bad und eine Abstellkammer. Das ganze ist modern eingerichtet, inklusive 32"-Flat-Screen und liegt in einer der besten Gegenden Oslos. Dafür ist es auch nicht ganz preiswert, aber wir wollen unseren Urlaub nicht knauserig beenden.
Am Abend gehen wir noch etwas spazieren auf der Suche nach einem passenden Restaurant. Wir passieren Bølgen & Moi Briskeby, aber heute ist uns nach etwas Einfacherem, vielleicht morgen. Im Bogstadveien finden wir Pasta Basta, ein italienisches Restaurant mit Betonung auf Nudelgerichten (wie der Name schon suggeriert). Wir nehmen jeder ein Pastagericht, dazu Rotwein und Cola, macht zusammen 708 NOK (ca. 89 EUR); Oslo macht seinem Ruf als teuerste Stadt der Welt alle Ehre. Die Qualität war aber gut, und wir sind alle satt geworden. Zurück gehen wir durch einige bislang unbekannte Straßen in Richtung Schlosspark. Hier gibt es jede Menge Restaurants und anscheinend hippe Bars. Alle sitzen draußen und genießen den lauen (naja, ca. 18°C) Sommerabend. Man hat’s offensichtlich, was auch durch die Autos (sehr beliebt ist die M-Klasse) deutlich wird. Wir schlendern durch den Schlosspark und dann wieder Richtung Appartment. Mal sehen, was uns morgen so einfällt …
Es schüttet. Wir lassen uns Zeit und entscheiden uns, einen Museumstag einzulegen. Gegen Mittag hört der Regen langsam auf, und wir steigen in die Trikk (Straßenbahn), die uns vom Vigelandsparken zunächst nach Majorstuen bringt, von wo aus die T-banen (U-Bahn) nach Tøyen in die Nähe des Munch-Museums fährt. Dieses Museum fehlt noch auf unserer Liste.
Der Eingang gleicht einem Hochsicherheitstrakt. Mitgebrachte Rucksäcke und größere Taschen müssen erst einmal in einem Schließfach untergebracht werden. Dann geht es durch Sicherheitsschleusen wie sie am Flughafen üblich sind (inklusive dem Röntgen von Handtaschen, Portemonnaies etc.). Nach dem Diebstahl von »Der Schrei« und »Madonna« ist man offenschtlich vorsichtig geworden. Wir haben insofern Glück, als dass uns ein Plakat verrät, dass diese beiden berühmten Gemälde nach ihrer (teilweisen) Restaurierung in diesem Sommer erstmals wieder dem Publikum gezeigt werden.
Nachdem wir die Eintrittkarten gelöst haben, betreten wir zunächst einen Raum, in dem uns zahlreiche Fakten aus Munchs Leben nahegebracht werden, und wir staunen, wieviel Zeit Munch unter anderem auch in Berlin verbracht hat. Als Banausen können wir hier viel über den Menschen und Künstler Munch lernen. Dann geht es in den Keller, wo es Kurzfilme zu sehen gibt. Einer ist ein abgefahrenes Musikvideo, bei dem uns der Bezug zum Künstler nicht ganz klar wird. Ein anderer zeigt von Munch persönlich gemachte Filmaufnahmen. Der Film taugt sicherlich als zeithistorisches Dokument, macht aber auch klar, dass Munch nicht gerade ein begnadeter Regisseur bzw. Kameramann war. Etwas verwirrt verlassen wir den Kinosaal.
Jetzt aber zu den Bildern. Wir wandern die Wände entlang von Saal zu Saal und bewundern die vielen schönen, interessanten, verstörenden und rästelhaften Gemälde. Sowohl vom »Schrei« als auch von der »Madonna«, die jeweils in einem eigenen Raum ausgestellt sind, gibt es unzählige Varianten. Die ehemals gestohlenen, berühmtesten Versionen der beiden Bilder sind besonders gesichert. Sie machen einen technisch guten Eindruck. Erst als wir durch eine Sonderausstellung zur Technik der Restaurierung auf noch vorhandene Schäden aufmerksam gemacht werden, gehen wir noch einmal zurück und entdecken diese dann auch. Auf den ersten Blick ist die Restaurierung der Bilder schon gut voran gekommen, es bleibt aber noch einiges zu tun; und so werden die Bilder dann auch in Kürze wieder aus der Ausstellung genommen, um weiter an ihnen zu arbeiten. Wir gehen weiter durch die Säle und merken langsam, wie die Konzentration schwindet. Wie bei vielen Museen, bekommen die letzten Exponate die wenigste Aufmerksamkeit. Schade, eigentlich.
»Schrei«-Torte im Museumscafé
Im Museumsshop gibt es anschließend lecker Kaffee und Kuchen sowie ein Buch über Munch und ein Poster von einem seiner Bilder. Dann machen wir uns auf den Weg in die Innenstadt.
Gitarre von The Edge (U2)
Bei bedecktem Himmel und gelegentlichen Schauern wandern wir Karl-Johan hinauf bis zum Hard Rock Cafe. Das hatten wir bislang noch nicht besucht. Dafür dass es ein ganz normaler Mittwochnachmittag ist, ist der Tresen, an dem die T-Shirts verkauft werden, ziemlich belagert. Wir beschließen, auf eine andere Gelegeheit zu warten, um uns die obligatorischen T-Shirts zu besorgen. Und so schauen wir uns nur ein wenig um und bewundern die Devotionalien an den Wänden, u.a. eine Gitarre von The Edge (U2) und ein Becken von Chad Smith (Red Hot Chili Peppers).
Hard Rock Cafe Oslo
Becken von Chad Smith
(Red Hot Chili Peppers)
Dann geht’s zurück zum Hotel. Am Abend essen wir in einer Egon-Filiale in der Nähe. Sehr lecker.
Der Eingang zum Vigelandsparken
Unser letzter, richtiger Urlaubstag bricht an, denn morgen bringt uns die Color Magic schon wieder zurück nach Deutschland. Wenn wir schon so nah am Vigelandsparken wohnen, dann müssen wir da natürlich auch einmal durchspazieren, denken wir uns. Nach einem gemütlichen Frühstück gehen wir gegen 12.15 Uhr los. Trotz des bedeckten Wetters – es regnet immerhin nicht – parken einige Touristenbusse vor dem Eingang. Es ist aber keinesfalls überlaufen in der Parkanlage.
Wir waren vor vielen Jahren schon einmal hier und erinnern uns an die eine oder andere Skulptur von Herrn Vigeland. Wir gehen über die Brücke mit den Bronzeskulpturen, u.a. dem berühmten kleinen Trotzkopf (Sinnataggen), und vorbei an dem Brunnen. Dann folgen wir dem terrassenförmigen Aufstieg zum Monolithen, den wir einmal umrunden, um alle Steinfiguren, die darum gruppiert sind, zu bewundern. Von hier oben hat man einen schönen Überblick über den Park.
Die neue Oper
Nachdem wir alle Skulpturen gebührend gewürdigt haben, möchten wir uns noch eine architektonische Neuheit in Oslo ansehen, die Oper. Wir nehmen die Straßenbahn bis zum Hauptbahnhof, von dem aus eine Fußgängerbrücke über die E18 zum Opernhaus führt. Schon von oben kann man es sehen. Über Geschmack sowie Sinn und Zweck lässt sich streiten, die einen sind begeistert, die anderen können sich für das strenge weiße Marmorgebäude gar nicht erwärmen, aber in einem sind sich vermutlich alle einig: es ist außerordentlich beeindruckend.
Das Øya Festival vom Dach des Operngebäudes aus gesehen
Wir sehen uns das Opernhaus mit seinen riesigen spiegelnden Glasfassaden zunächst von unten an. Dann stapfen wir die schrägen Marmorflächen hinauf aufs Dach, von wo sich ein schöner Blick über Oslo bietet (bei sonnigem Wetter wäre er bestimmt noch schöner). Von der Rückseite aus können wir in der Ferne eine Bühne, Scheinwerfer und Zuschauer sehen. Manchmal dringt Musik zu uns herüber. Das muss das Øya Festival sein, das gerade in Oslo stattfindet.
Nach ca. 45 Minuten auf und in dem Operngebäude meldet sich der kleine Hunger bei uns. Wir erwägen kurz im Restaurant der Oper zu speisen, lassen den Gedanken nach einem Blick auf die Karte wieder fallen; für ein abendliches Dinner sicher angemessen, aber für einen kurzen Snack am Nachmittag doch ein wenig »too much«. Wir spazieren in das nicht weit entferne Einkaufszentrum Oslo City, wo wir uns für das chinesische Restaurant Nam-Nam entscheiden. Eine gute Wahl. Preiswertes, gutes, authentisches (soweit wir das beurteilen können) chinesisches Essen.
Vintage Car in Grünerløkka
Frisch gestärkt machen wir uns nach einem kleinen Bummel durch das Einkaufszentrum wieder auf den Weg. Der Stadtteil Grünerløkka steht auf unserer Liste der noch nicht besuchten Attraktionen in Oslo. Die Straßenbahn fährt uns hin. Wir spazieren bei gelegentlichen Regenschauern ein wenig die Thorvald Meyers gate entlang. Uns kommt unwillkürlich das Hamburger Schanzenviertel in den Sinn, das wohl gerade eine ähnlich Entwicklung durchmacht wie Grünerløkka. Beide Stadtteile wandeln sich vom alternativen Multikulti-Refugium in ein hippes Szeneviertel mit schicken Boutiquen und In-Restaurants. Hier gibt es noch jede Menge kleiner individueller Läden und Kneipen neben angesagten Galerien und exquisiten Speiselokalen.
Zurück wählen wir den parallel verlaufenden Markveien und schwören uns, bei einem zukünftigen Besuch in einem der einladend aussehenden Restaurants einzukehren. Jetzt geht es aber erst einmal zurück zum Hotel, wo wir schon mal anfangen, unsere Sachen zu ordnen.
Nach dem Frühstück wird gepackt. Heute geht es zurück nach Hause. Wir checken aus und fahren erst einmal in die Innenstadt. Wir haben noch etwas Zeit, und wollen noch ein wenig durch die Stadt spazieren. Vom Schlosspark schlagen wir uns bis zur Karl Johans gate durch und dann wieder zurück. Spektakuläres entdecken wir nicht. Doch im Einkaufszentrum Paleet finden wir ein Sonderangebot für Converse All Stars, und nach einigem Hin und Her wird Annika fündig. Wer hätte das gedacht: Ein Schnäppchen auf Karl Johan.
Dann gehen wir zurück zum Auto und fahren zum Hjortneskai, wo wir uns auf die Color Magic nach Kiel einschiffen. Und wieder fahren wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge los. Nach drei Wochen freuen wir uns auf zu Hause, doch gleichzeitig fällt uns der Abschied schwer, und in Gedanken planen wir schon unseren nächsten Norwegenurlaub. Wird das ewig so weitergehen? Vermutlich ja …
02.01.2010:
Godt nytt år - Frohes Neues...
27.12.2009:
Spende an "Save the Children"
24.12.2009:
God Jul - Frohe Weihnachten
03.11.2009:
Lofoten-Fotos online
30.08.2009:
Lofoten-Urlaub
Für die große Version einfach auf das Bild klicken.
Weitere Bilder gibt’s hier.