Zur ersten WocheDie zweite WocheZur dritten Woche
Es regnet mal wieder. Heute heißt es in erster Linie Unterkunft finden. Conni schlägt vor, nach Trondheim zu fahren und die Touristinformation zu fragen. Gesagt, getan. Wir packen erst einmal unsere sieben Sachen zusammen, dann fahren wir in die Innenstadt von Trondheim und gehen schnurstraks zur Touri-Info. Dort bestätigt man uns, dass wegen der Fischerei-Messe alle Hotelzimmer im Umkreis von 40 km (für dieses Gebiet ist die Touristinformation zuständig) kein passendes (drittes Bett) und auch nur annähernd bezahlbares Hotelzimmer mehr frei ist. Man schlägt uns ein Privatzimmer vor, aber davon sind wir nicht so begeistert. Die nächste Idee des netten jungen Herrn ist eine Campinghütte. Hm, das könnte eine Möglichkeit sein. Er schlägt Storsand Camping, ein Stückchen östlich von Vikhammer gelegen, vor. Dort gibt es große Hütten mit eigenem Bad und zwei separaten Schlafzimmern. Das würde passen. Dann könnten wir Mariann und die Kinder problemlos besuchen. Für 30 NOK Gebühr lassen wir die Hütte gleich reservieren.
Erleichtert fahren wir nach Ranheim, zwischen Trondheim un Vikhammer, wo wir Mariann in ihrem Gardinen- und Nähgeschäft besuchen. Sie und die Kinder wollen auch noch ein paar Tage ausspannen und so fragt sie uns, ob wir nicht Lust hätten, übers Wochenende mit in das Wellness-Hotel in Åre in Schweden, ca. drei Stunden östlich von Trondheim zu fahren. Wir schauen uns das Hotel im Internet an und beschließen spontan,ja, da kommen wir gern mit. Ein paar Tage Erholung nach all den Umzügen tut uns sicher gut, und wir könne eine entspannte Zeit zusammen mit Mariann und den Kindern verbringen. Es wird nicht gerade billig werden, aber das ist es uns wert. Wir buchen.
Dann fahren wir zum Campingplatz. Storsand Camping liegt an der alten E6, direkt am Trondheimsfjord. Wir checken bei einer äußert mürrischen und schlecht gelaunten Dame ein und fahren über den weitläufigen Campingplatz weiter zur Hütte. Groß ist sie ja, aber alt, sehr alt, und schon ein wenig heruntergekommen. Das Bad ist aber ziemlich neu, immerhin …
Die Ausstattung unserer Hütte ist auch nicht gerade perfekt, und so beschließen wir, kurz zu Ikea zu fahren, um Dinge zu besorgen, die wir vermissen (Kaffeemaschine z.B.) und um im dortigen Restaurant etwas zu essen. Als wir anschließend Ikea wieder verlassen regnet es in Strömen. Später, als wir in unserer Hütte sind, hört der Regen auf, und wir machen einen Spaziergang über den Campingplatz.
Am Strand hat man einen wunderschönen Blick über den Fjord. Die Sonne ist bereits untergegangen, zaubert aber noch ein magisches Licht in die Wolken. So komme ich, wie eigentlich jedes Jahr, wieder zu meinen »Sonnenuntergang über dem Trondheimsfjorden«-Fotos. Eigentlich ist es doch ganz schön hier …
Heute ist das Wetter deutlich schöner als in den letzten Tagen, heiter bis wolkig mit viel Sonne. Wir wollen eine kleine Rundreise durchs südliche Nord-Trøndelag machen. Gegen 12 Uhr kommen wir los. Auf der E6 geht es Richtung Norden. Einige kurze Schauer gibt es doch noch, aber die gehen schnell vorüber, und eigentlich ist das Wetter immer noch schön.
Bei Røra biegen wir links auf »Den Gyldne Omvei« – Den goldenen Umweg – ab. Unser Reiseführer hatte diese kleine Rundtour über die Halbinsel Inderøy empfohlen. Es geht vorbei an Feldern und sanften Hügeln durch eine alte Kulturlandschaft. In Straumen machen wir eine kurze Pause und schauen dem recht kräftigen Gezeitenstrom zu, der hier durch eine Meerenge fließt und dem das Städtchen offensichtlich seinen Namen verdankt. Ein hübscher, gepflegter kleiner Ort. Weiter geht es am Børginfjorden und durch Wälder, bis wir bei Vist wieder auf die E6 treffen. Der goldene Umweg war recht hübsch, aber eher unspektakulär. Wahrscheinlich hätte man sich eingehender mit Kultur und Geschichte befassen sollen.
Ein Stückchen weiter nördlich treffen wir dann auf die Stadt Steinkjer. Wir fahren bis zur Innenstadt und halten bei einem Einkaufszentrum. Die Stadt selbst hat auf den ersten Blick eigentlich nichts zu bieten. Im zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört, wurde Steinkjer nach rein funktionalen Gesichtspunkten wieder aufgebaut. Es gibt alles, was man zum Leben braucht, aber schön ist der Ort nun wirklich nicht. Wir tafeln bei McDonald’s und kaufen noch ein wenig ein. Dann machen wir uns auf den Rückweg.
Nachbau eines Wikingerschiffs im neu entstehenden Mittelalterhof in Stiklestad
Um nicht einfach den selben Weg wieder zurück zu fahren, nehmen wir den parallel zur E6 verlaufenden Rv759. Es geht durch goldene, hügelige Felder und grüne Wiesen und Wälder, wir fühlen uns stellenweise an die Landschaft der Toskana erinnert. Nach einer langen Strecke am Leksdalsvatnet entlang erreichen wir Stiklestad, wo einen Zwischenstopp einlegen.
Wir parken beim Museum und schauen uns ein wenig um. Bei Stiklestad hat eine wichtige Schlacht stattgefunden. Angeblich kam König Olav Haraldsson im Jahr 1030 mit einem schwedischen Heer aus dem russischen Exil zurück nach Norwegen, um die Bevölkerung zu christianisieren. Dabei traf er auf den erbitterten Widerstand der Bauern, und obwohl Olav fiel, siegte das christliche Heer, was zum Symbol der Einheit Norwegens erhoben wurde. Wir machen einen Rundgang durch das interessant gestaltete kleine, aber moderne Museum mit angeschlossenem Hotel.
Anschließend erkunden wir bei strahlendem Sonnenschein ein wenig die Umgebung. In der Nähe ist ein Hügel mit einem aus Blumen gebildeten Wappen. Oben ist ein Denkmal für den Heiligen Olav. Ein Stückchen weiter entdecken wir die Freilichtbühne, auf der jedes Jahr ein Stück über Olav und die Schlacht aufgeführt wird. Die kleine St. Olavs kapell von 1930 sehen wir uns auch noch an, aber nur von außen, schade, drinnen soll sie laut Reiseführer recht hübsch sein.
Ein Stückchen weiter gibt es noch ein kleines Museumsdorf mit Gebäuden aus mehreren Jahrhunderten. Es ist sehr liebevoll gestaltet. Wir spazieren ein wenig durch dieses Dorf und lernen so ganz nebenbei noch einiges über das Leben der Landbevölkerung in früheren Jahrhunderten.
Zurück geht es über die E6. Am Abend am Strand unseres Campingplatzes bettelt dann wieder ein Sonnenuntergang darum, von mir abgelichtet zu werden. Ich tue ihm diesen Gefallen.
Heute macht uns das Wetter wieder einen Strich durch die Rechnung. Es regnet Bindfäden. Dazu kommt noch ein kräftiger Wind. So beschäftigen wir uns halt anders, lesen, schreiben ein wenig am Reisebericht. Gegen 14 Uhr bessert sich das Wetter (es ist immerhin trocken) und wir beschließen, einen kleinen Ausflug nach Stjørdal, einer Stadt nordöstlich von unserem Campingplatz, zu machen. Wie schon Steinkjer so ist auch Stjørdal eine städtebauliche Enttäuschung. Man wird mit allem versorgt, was man braucht; es gibt jede Menge Einkaufszentren und Fußgängerzonen, aber ein Gesicht oder Charakter hat auch diese Stadt nicht.
Nachdem wir uns genug Geschäfte angesehen haben, steht uns der Sinn nach einer »richtigen« Stadt. Wir nehmen die E6 nach Trondheim. Geparkt wird im Solsiden-Parkhaus. Im gleichnamigen Einkaufszentrum suchen wir nach Schuhen für Annika, finden aber nicht die richtigen zu einem annehmbaren Preis. Also spazieren wir weiter in die Innenstadt. Das nenne ich mal eine Stadt mit eigenem Gesicht, jederzeit wiedererkennbar. Und siehe da, im Torg-Einkaufszentrum werden wir sogar fündig, und Annika erhält ihre Schuhe zu einem Schnäppchenpreis. 20.30 Uhr sind wir wieder auf unserem Campingplatz
Küste bei Vanvikan
Ah, das Wetter meint es wieder beser mit uns. Es ist heiter bis wolkig, Ausflugswetter. Wir entscheiden uns für eine kleine Rundreise am Trondheimsfjord. Gegen 12 Uhr kommen wir los. Auf der E6 geht es einmal quer durch Trondheim, wo wir auf den Rv715 wechseln, dem wir bis nach Flakk folgen. Von da aus nehmen wir die Fähre über den Trondheimsfjord nach Rørvika. Dort folgen wir zunächst dem Rv715, bevor es bei Vanvikan auf dem Rv755 weiter nach Nordosten am Fjord entlang geht.
Die Küste ist sehr hübsch und abwechslungreich. Nach einer Weile erreichen wir Leksvik, wo wir eine kurze Pause einlegen. An einer Badebucht will Annika ihre Füsse unbedingt im Fjord baden. Zu mehr taugt das Wetter auch nicht, es ist zwar nicht kalt, aber auch nicht gerade kuschelig und zudem windig. Wohl auch deshalb sind wir an dieser Badestelle allein.
Ab Leksvik geht’s ins Landesinnere, durch Wälder, an hübschen kleinen Seen vorbei und durch eine Kulturlandschaft, die uns wieder stark an die Toskana erinnert. Bei Kjerringvika geht es dann über die imposante Skarnsundbrua, einer Hängebrücke über eine Meerenge (oder sollte man besser Fjordenge sagen?) zur Halbinsel Inderøy. Dort machen wir – wie schon am Dienstag – in Straumen ein Päuschen und spazieren ein wenig durch das hübsche Örtchen. Bei Røra treffen wir auf die E6, auf der wir bis zu unserem Campingplatz gelangen, auf dem wir gegen 18 Uhr ankommen.
Zum Abschluss dieses schönen Tages gibt es einen weiteren beeindruckenden Sonnenuntergang zu beobachten, den ich natürlich dankend auf die Speicherkarte banne. So langsam wird das zu einer Marotte …
Heute geht’s nach Schweden. Unser Wellnesshotel in Åre wartet auf uns. Wir packen einmal mehr unsere Sachen zusammen und checken aus. Sauber machen müssen wir zum Glück nicht; wir haben die Endreinigung vorbestellt, sie kostet nur 100 NOK – ein Schnäppchen.
Bei schönem Wetter biegen wir auf die E6 Richtung Osten. Bei Stjørdal wechseln wir auf die E14, die hier beginnt. Es geht durch das fruchtbare Tal Stjørdalen, in dem sich ein Bauernhof an den nächsten reiht. Ab Meråker, nicht weit vor der schwedischen Grenze steigt die Straße immer weiter hinauf in die Berge. Kurz nachdem wir die Grenze überquert haben, beginnt es zu regnen, und während wir in Norwegen noch angenehme Temperaturen hatten – wir konnten problemlos im Freien Mittag essen – wird es jetzt empfindlich kühl. Bei teilweise starkem Regen sinkt die Temperatur zeitweise auf 8,5°C. Als wir Åre erreichen, sind es dann wieder 12°C, und es hat aufgehört zu regnen.
Das Hotel Holiday Club ist riesig, modern und von außen nicht gerade eine Augenweide. Innen aber ist es freundlich und gemütlich. Wir checken ein und gehen auf unser Zimmer. Es ist recht groß, läßt sich mit einem Vorhang teilen und ist sehr gut und modern ausgestattet, z.B. mit einem 32"-LCD-Fernseher von Sony samt passendem DVD-Player, vier Sterne halt. Den großen Balkon mit Blick auf den See und die Berge werden wir allerdings nicht nutzen können; es ist zu kalt.
Am Abend, nachdem auch Mariann und ihre Kinder angekommen sind, und sie ihre Wohnung in einem extra Gebäude bezogen haben (in ein Hotelzimmer dürfen sie wegen des Hundes nicht), essen wir im À-la-Carte-Restaurant. Wir sind alle begeistert, das Essen ist sehr gut. Nur dass der ansonsten gute Weißwein nicht in einem Kühler serviert und deshalb während des Essens immer wärmer wird, ist ein Fauxpas.
Nach einem leckeren Frühstück im Restaurantbereich probieren wir mit Mariann und den Kindern den Badebereich aus. Der Eintritt ist in der von uns gebuchten Zimmerkategorie bereits enthalten. Uns erwartet eine großzügige Badelandschaft mit Indoor- und Outdoorpool, Gegenstromkanal, jeder Menge Unterwasserdüsen, Massagestrahlen über Wasser, mehreren Whirlpools, einer langen Rutsche, die zum Teil außerhalb des Gebäudes verläuft etc etc. Außerdem gibt es noch einen Saunabereich mit Saunen unterschiedlicher Temperaturen (eine davon bietet −10°C und Schnee), einem kleinen Pool, einem Tauchbad, einer Kneippanlage, einem Entspannungsraum usw. usf. Hier kann man sich wirklich den ganzen Tag aufhalten, ohne dass es langweilig wird. Und das tun wir dann auch, mit einer Unterbrechung zum Mittagessen in Marianns Ferienwohnung. Am Abend essen wir wieder im À-la-Carte-Restaurant, wieder sehr lecker.
Am Morgen verabschieden wir Mariann und ihre Kinder. Die Arbeit ruft. Wir bleiben noch einen Tag länger und nutzen wieder ausgiebig den Wellnessbereich des Hotels. Zwischendurch machen wir einen Spaziergang durch Åre. Man merkt dem Ort an, dass hier im Winter Hochsaison ist. Einige der zahlreichen Restaurants und Geschäfte haben geschlossen. Am Abend gibt es sehr gute Tortellini im À-la-Carte-Restaurant.
04.01.2012:
Fettnäpfchenführer Norwegen...
30.10.2011:
Neue Gastreiseberichte
22.07.2011:
Anschläge in Oslo
08.05.2011:
Norwegen auf dem Hamburger ...
11.04.2011:
Neue Gastreiseberichte
Für die große Version einfach auf das Bild klicken.
Weitere Bilder gibt’s hier.