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Ein letzter Blick von unserem Balkon auf den See Åresjön
Heute müssen auch wir uns aus Åre verabschieden. Wir hatten bereits von zu Hause aus ein Hotelzimmer in Oslo gebucht. Morgen geht unsere Fähre zurück nach Kiel. In einem der kostenlosen Internet-Terminals im Hotel suchen wir nach der besten Route. Mariann hatte angeregt, durch Schweden zu fahren, das sei schneller. Der Routenplaner will uns aber partout über Trondheim durch Norwegen lotsen. Erst als ich einen Zwischestopp in Schweden angebe, lässt er sich zu einer Route durch Schweden überreden. Allerdings dauert diese 12,5 Stunden, während die Fahrt über Trondheim nur 9,5 Stunden dauern soll.
Also fahren wir gegen 11.15 Uhr auf der E14 Richtung Westen los. Das Wetter ist recht schön, und es wird in Norwegen immer schöner. Bei Stjørdal geht es auf die E6 Richtung Süden und dann immer gerade aus. Wir fahren und fahren und fahren … und nach ingesamt 700 km erreichen wir gegen 21.30 Uhr Oslo. »Hol doch bitte mal die E-Mail-Bestätigung des Hotels raus, und guck nach, wo wir genau hin müssen«, bitte ich Conni. Doch auf der Reservierungsbestätigung steht die Adresse des Hotels nicht. »Dann rufen wir halt an und fragen«, schlage ich vor. Aber auch eine Telefonnummer suchen wir vergebens. Und nun? Ich erinnere mich, dass das Hotel in der Nähe des Stadtteils Grünerløkka liegt, also fahren wir erst einmal in diese Richtung. Per Zufall entdecken wir das Hotel allerdings nicht. Wir beschließen, auf einer Polizeiwache zu fragen. Dort treffen wir auf eine äußerst hilfreiche Polizistin, die die Adresse für uns herausfindet und uns auch gleich auf dem Stadtplan zeigt, wie wir dort hinkommen. Es ist gar nicht weit. Vielen Dank, liebe Polizistin!
Das Thon Hotel Spektrum (Budget) liegt in der Brugata, einer Fußgängerzone. Wir checken ein. Parken können wir im nahe gelegenen Parkhaus. Das kostet uns 15–20 NOK pro halbe Stunde, maximal allerdings »nur« 175 NOK. Das Zimmer ist nicht groß, aber sauber und zweckmäßig eingerichtet. Wir gehen noch einmal raus, um uns etwas zum Abendbrot zu besorgen. Grünerløkka ist ein sehr multikultureller Stadtteil und erinnert teilweise an das Hamburger Schanzenviertel. Es geht lebhaft zu, aber wir fühlen uns nicht unwohl oder gar unsicher. Im Seven/Eleven um die Ecke erstehen wir einige Sandwiches und etwas zu trinken. Dann gehen wir schlafen.
Skulptur vorm Gewerkschaftshaus
Das Frühstück ist für ein Hotel dieser Klasse (Budget) ziemlich gut, und obwohl es laut Rechnung nicht im Zimmerpreis enthalten ist, müssen wir es trotzdem nicht bezahlen. Bis wir bei der Fähre sein müssen, wollen wir noch ein wenig die Gegend bei Tageslicht erkunden. Zunächst kaufen wir im Lidl um die Ecke noch ein paar Lebensmittel, ohne die wir die nächsten norwegenfreien Monate nur schwer überstehen könnten. Dann spazieren wir bei schönstem Wetter von einem zum nächsten Einkaufszentrum. In einem erstehen wir die neueste CD von Postgirobygget.
Gegen 13 Uhr checken wir dann auf der Color Fantasy ein. Nachdem wir die Kabine bezogen haben, gehen wir auf das Sonnendeck, um das schöne Wetter zu genießen. Das haben sich auch andere gedacht, und so ist natürlich kein freier Liegestuhl zu ergattern. Macht nichts, bei einem kühlen Pils genießen wir die Abfahrt mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Natürlich freuen wir uns über das tolle Wetter, welches uns auf der anderen Seite aber auch den Abschied schwerer macht.
Das Color-Line-Terminal
Tschüß, Oslo …
Die Fahrt durch den Oslofjord ist dieses Mal besonders schön. Zahlreiche Motorboote begleiten die Color Fantasy, während die tolle Landschaft mit den vielen kleinen und auch großen Hütten an uns vorbeigleitet, eine Band spielt dazu.
Begleitboote
Begleitmöwe
Begleitband
Nach einer kleinen Einkaufstour durch den Duty Free Shop sehen wir uns am Abend die Show »Dancing in the Streets« an. Zahlreiche Mowtown-Klassiker werden sängerisch und tänzerisch dargestellt. Die Show ist wirklich gut und kurzweilig. Dazu schmeckt ein leckerer Cocktail. Anschließend geht es zum Abendessen ins große Büfettrestaurant.
Kugelrund gegessen gehen wir anschließend ins Bett.
Am nächsten Morgen werden wir von einer Durchsage geweckt. Alles klar, so hatten wir es geplant und uns extra keinen Wecker gestellt. Der Inhalt der Durchsage macht uns allerdings stutzig. Autofahrer sollen sich auf das Autodeck zu ihren Fahrzeugen begegben. Häh? Oh, Mist! Wir haben komplett verschlafen. Es ist 9.15 Uhr, und wir werden gleich in Kiel anlegen. Ausgiebig frühstücken wollten wir eh nicht, aber jetzt können wir uns nur noch notdürftig waschen, uns anziehen und die Sachen packen. Mir fällt ein, dass ich noch etwas auf meinem Bett vergessen habe. Mit einem eleganten Sprung schwinge ich mich nach oben und krache mit dem Kopf in die Deckenlampe. Das Glas zersplittert. Ich habe Glück im Unglück; es gibt keine Schnittwunden. Allerdings darf ich jetzt erstmal die Splitter aus meinen Haaren klauben. Ich hatte beim Schwung nicht bedacht, dass die oberen Betten in die Decken eingelassen sind und in heruntergeklapptem Zustand ein Steg in der Mitte bleibt, an dem die Lampe befestigt ist. Na, super! Murphy‘s Law hat mal wieder Recht behalten.
Nun ja, wir kommen jedenfalls gerade noch rechtzeitig beim Auto an, fahren von der Fähre und auf dem schnellsten Weg nach Hamburg, wo wir gegen 11 Uhr ankommen. Schade, schon wieder ist ein schöner und abwechslungsreicher Norwegenurlaub vorbei …
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