Jetzt kann man schon fast von einem Stammplatz in Norwegen sprechen. Wir waren schon wieder in Sandal, in der Nähe von Byrkjelo, und es wird uns immer noch nicht langweilig, ganz im Gegenteil. Zwei Wochen haben wir dort in zwei verschiedenen Ferienhäusern (keines der beiden war bei der Buchung noch für zwei Wochen am Stück frei) verbracht. Danach ging es wieder zu unseren Freunden in Trondheim.
Hier ist unser Reisebericht:
(Hinweis: die kleinen, dick umrandeten Bilder sind Thumbnails. Wenn du draufklickst, kannst du dir die große Version ansehen.)
Zur zweiten WocheDie erste WocheZur dritten Woche
Eigentlich hatten wir geplant, gegen 11 Uhr nach Kiel aufzubrechen, aber es wird 11.25 Uhr bis wir endlich loskommen. Das sollte nach den bisherigen Erfahrungen aber immer noch locker reichen, um gegen 13 Uhr in den Bauch der Color Fantasy rollen zu können. Laut Verkehrsfunk ist die A7 an diesem Feriensamstagvormittag frei, und so ist es auch als wir auf die Autobahn fahren. Bei Kaltenkirchen staut es sich dann plötzlich doch. Wir überlegen kurz, bei Bad Bramstedt wieder abzufahren, aber der Verkehrsfunk hat noch immer keine Staumeldungen für die A7, und nach kurzem Stop-and-Go geht es auch wieder weiter. Die freie Fahrt hält aber nicht lange an, wieder Stau, immer noch keine Meldung im Verkehrsfunk. Die Zeit verrinnt, so langsam werden wir unruhig. Stop-and-Go, wir kommen nur sehr langsam voran. Wir entschließen uns, die nächste Abfahrt zu nehmen, um weiter im Westen die A21 nach Kiel zu nehmen, doch es dauert quälend lange, bis wir endlich die A7 bei Brokenlande verlassen können, um auf der B430 zur A21 zu fahren. Jetzt wird es wirklich knapp! Die A21 ist zum Glück recht leer, und wir können bei Tempo 180 ein paar km Richtung Kiel gutmachen (sonst fahren wir nicht so schnell, aber besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen). Conni ruft vorsichtshalber schon mal bei der Color Line an. Dort ist man bereits im Bilde, viele Reisende haben sich bereits gemeldet, man wird unseren Platz nicht vergeben. Puh, jetzt müssen wir »nur« noch rechtzeitig vor Abfahrt der Fähre beim Norwegenkai ankommen. In Kiel staut sich der Verkehr schon wieder! Wir malen uns schon aus, was wir tun, wenn wir die Fähre verpassen, eine andere Fähre nehmen, über die Brücken fahren, auf unseren Norwegenurlaub werden wir jedenfalls nicht verzichten. Trotzdem kommt langsam Panik auf, nur noch wenige Minuten bis zur Abfahrt, doch wir schaffen es! Um 13.50 Uhr fahren wir als eines der letzten Fahrzeuge auf die Color Fantasy …
Na, das ist ja gerade noch mal gut gegangen! Als wir unsere Kabine betreten, trauen wir unseren Augen nicht. Die Betten sind nicht gemacht, im Bad liegen noch feuchte Handtücher. Unsere Kabine wurde offensichtlich nicht gereinigt! Ich rufe bei der Rezeption an, und mir wird gesagt, dass sie jemanden schicken wollen. Okay, dann gehen wir erst einmal etwas essen. Wie im Vorjahr entscheiden wir uns für die Pizzeria, und wieder lohnt sich unser relativ frühes Kommen. Kurze Zeit später bildet sich eine Warteschlange, weil alle Plätze belegt sind. Wir lassen uns wieder zwei Pizzen munden, die locker für uns drei reichen. Anschließend schauen wir nach, ob unsere Kabine jetzt sauber ist. Ist sie nicht. Dieses Mal gehen wir persönlich zur Rezeption. Es täte ihnen leid, aber durch ein Meeting hätte sich die Reinigung verzögert, unsere Kabine sei aber vorgemerkt. So gehen wir erst einmal auf das Sonnendeck. Nach einiger Zeit ergattern wir ein paar Liegen, auf denen wir ausruhen und die Sonne genießen. Bei unserer nächsten Inspektion ist die Kabine dann endlich fertig. Wir ziehen endgültig ein. Anschließend bestellen wir uns Plätze für das Büfett am Abend und begeben uns in die Show Lounge. Die Show dieses Abends heißt Stars, und entsprechend werden die Hits einiger bekannter Sänger und Entertainer in den jeweils passenden Kostümen zum Besten gegeben, kurzweilig und technisch sehr gut gemacht. Danach schlemmen wir am reichhaltigen und überaus leckeren Büfett bis wir fast platzen. Einige Kronen werden noch in den einarmigen Banditen des Casinos versenkt, dann geht's ins Bett.
Am Morgen ist es wolkig, aber nicht kalt. Wir nehmen dieses Mal nur ein kleines Frühstück, das große Büfett von gestern abend hält noch vor. So gegen 9.30 Uhr kommen wir dann los. Zunächst nehmen wir die E18 und wechseln noch in Oslo auf die E16. Ab Nesbyen geht es dann auf dem Rv7 weiter. Das Wetter wird im Laufe der Fahrt immer besser, und als wir in Gol beim örtlichen Rema 1000 einkaufen (Tipp: der hat auch sonntags geöffnet), ist der Himmel strahlend blau.
Warten auf die Fähre über den Sognefjord
Ab Gol geht es dann auf dem Rv52 weiter, der uns durchs Hemsedal führt, eine sehr schöne Strecke. Es geht zunächst kontinuierlich bergauf. Gleichzeitig nimmt die Bewölkung zu, und schon bald sehen wir die ersten Blitze zucken. Es folgt ein relativ kurzes aber sehr heftiges Gewitter, dann lockert die Bewölkung wieder auf. Bei einem kurzen Fotostopp im Mørkedalen sehen wir, wie uns die Wolken hinterherkommen. Also fahren wir weiter. Nach einiger Zeit treffen wir auf die E16. Das Wetter ist inzwischen wieder spitzenmäßig, blauer Himmel bei bis zu 30°C. Bei Lærdal wechseln wir auf den Rv5, der uns zur Fähre über den Sognefjord führt. Hier wartet schon eine lange Schlange von Autos auf die Überfahrt. Nach kurzer Wartezeit sind auch wir dran und dürfen nach der Bezahlung von 144 NOK (inkl. Maut für den Tunnel, den wir zuvor durchquert haben) auf die Fähre fahren.
Auf der anderen Seite geht es weiter auf dem Rv5. Es geht immer höher in die Berge und durch lange Tunnels unter Ausläufern des Gletschers Jostedalsbreen hindurch. Eine kurze Pause machen wir am See Dalavatnet, eine traumhaft schöne Gegend bei strahlendem Sonnenschein. Bei Fjærland passieren wir dann die Mautstation, bei der wir 160 NOK für das Durchfahren der Tunnel abdrücken. Ein kurzer Fotostopp am Bøyabreen (mal sehen, ob sich des Eis im Vergleich zu 2003 zurückgezogen hat), dann geht's bei Skei auf die E39 und – wie üblich – in Byrkjelo kurz auf den Rv60 bis wir am Ortsende auf die kleine Straße zu unserer Hytte abbiegen. Gegen 18 Uhr sind wir dann zu Hause. Zu Hause? Ja, wir sind jetzt zum dritten Mal in diesem wunderschön gelegenen Tal zu Gast, und es ist schon ein bisschen so, als kämen wir nach Hause. Nach einem herzlichen Wiedersehen mit der Vermieterin, ziehen wir in unser erstes Domizil ein. Nach einer Woche werden wir in ein anderes Haus wechseln, denn zum Zeitpunkt der Buchung war keines der Häuser mehr in den zwei Wochen frei, in denen wir Urlaub haben. Angesichts des immer noch guten Wetters essen wir draußen vor unserem Haus.
Anschließend führt uns unser erster Spaziergang zu dem kleinen Bootshaus am Sandalsvatnet, wo wir schon so viele Fotos gemacht haben. Und auch dieses Mal kann ich nicht widerstehen; das Sandalsvatnet präsentiert sich attraktiv im Sonnenuntergang, wie immer mit dekorativem Holzboot im Vordergrund. Was für ein schöner Urlaubsanfang!
Es ist heiter bis wolkig, die Temperaturen liegen am Tag so bei 22–24°C. Wir stehen spät auf und entschließen uns erst einmal in die Distriktshauptstadt Sandane zu fahren, einkaufen. Bevor wir die örtlichen Supermärkte unsicher machen, wollen wir aber noch einen Panoramablick auf die Gegend werfen. Laut Prospekt soll das von einem Berg in der Nähe aus möglich sein. Nach kurzem Suchen finden wir die Abfahrt zum Aussichtspunkt Utsikten. Nach einigen Serpentinen kommen wir zu einem Bom, einer privaten Mautschranke. 30 NOK ist die Aussicht sicher wert, denken wir uns, stecken das Geld in einen Umschlag und fahren weiter. Auf 320 m Höhe erreichen wir den kleinen Parkplatz und können den spektakulären Rundblick über die Stadt Sandane und den Gloppenfjord genießen.
Kommt Kolumbus vom Nordfjord?
Der Tag danach
Wir beschließen, eine Tour entlang des Gloppenfjords zu machen. Immer am Fjordufer entlang kommen wir nach einiger Zeit in den Nachbarfjord des Gloppenfjords, den Hyenfjord, an dessen Ende das äußerst idyllische Dorf Hyen liegt. Wir halten an einer Treppe zu einigen im Wasser liegenden Booten, baden unsere Füße im Fjord und genießen den Ausblick im Sonnenschein.
Im Ort selbst, bei einem kleinen Park zwischen dem örtlichen Kaufmannsladen und der Kirche, machen wir eine skurrile Entdeckung: Eine Tafel klärt uns darüber auf, dass es gut möglich sein könnte, dass Kolumbus aus dieser Gegend stammt. Einige Wissenschaftler sind der Meinung, dass die Herkunft Kolumbus’ keineswegs geklärt ist, und dass es Hinweise gibt, dass zumindest Kolumbus’ Mutter aus der Nordfjordgegend kommt. Und da es ja immerhin so sein könnte, hat man Kolumbus gleich mal ein Denkmal an den Fjord gesetzt.
Kolumbus-Denkmal am Fjord
Auch ein Künstler hat sich hier niedergelassen und eine Kostprobe seines Könnens vor seinem Haus ausgestellt, eine bemalte Toilettenschüssel. Anschließend schauen wir uns noch die hübsche und idyllisch am Fjord gelegene Kirche des Ortes, bevor wir den Rückweg antreten.
Wieder in Sandane kaufen wir ausgiebig in den örtlichen Supermärkten Rema 1000 und ICA ein, bevor wir zurück in unser Ferienhaus fahren. Trotz einiger leichter Nieselschauer entschließen wir uns zum Grillen, und als unsere Hähnchenbrustfilets soweit sind, hören die Schauer auf, sodass wir wieder draußen essen können.
Nach dem Essen mache ich noch einige Fotos von der näheren Umgebung. Es gibt immer wieder neue Blickwinkel, neue Lichtstimmungen. Es beschleicht uns das Gefühl, dass wir trotz unseres dritten Aufenthalts in Sandal nicht zum letzten Mal hier Urlaub machen.
Wanderstrecken
Es ist heiter bis wolkig bei ca. 18°C, und für heute haben wir eine Wanderung geplant. Dafür ist das Wetter perfekt. Wir wollen noch einmal ins Myklebustdalen, welches wir im letzten Jahr quasi in letzter Minute erst kennen und lieben gelernt hatten.
Um in das Tal zu gelangen, müssen wir einfach nur der Straße, an der unser Haus liegt, weiter folgen, zunächst immer am Sandalsvatnet entlang, dann in das Tal hinein, bis wir am Ende einen Parkplatz erreichen. Dort geht der Wanderweg los. Ein breiter Traktorweg bildet den Anfang. Es geht stetig leicht bergauf, aber das Schwierigste ist es, nicht in Kuhfladen zu treten.
Die Alm Myklebuststøylen
Im Myklebustdalen
Im Myklebustdalen
Unreife Moltebeeren
Kontaktfreudige Schafe
Die Alm Myklebuststøylen
Die Alm Myklebuststøylen
Nach ca. 45 Minuten inklusive zünftiger Mittagspause und zahlreichen Fotostopps (ein plätscherndes Bächlein ist malerischer als das andere) haben wir die ersten drei Kilometer bis zur Alm Myklebuststøylen hinter uns gebracht. So weit waren wir im letzten Jahr gegangen. Dieses Mal wollen wir weiter. Ab jetzt wird aus dem Traktorweg ein schmaler Pfad, der, wie die meisten offiziellen Wanderwege in Norwegen, mit roten ‘T’s gekennzeichnet ist. Immer am Flüsschen entlang, das in der Mitte des Tals fließt, geht es weiter, mal bergauf, mal bergab, aber nie schwer. Das Tal wird immer enger und wilder, das Wetter ist immer noch perfekt und ab und zu begleiten uns ein paar Schafe. Einfach toll!
Auf einer kleinen Anhöhe beschließen wir, uns langsam auf den Rückweg zu machen. Wir entdecken ein paar Moltebeeren, die allerdings noch rot und somit unreif sind. Inzwischen ist es so warm uns sonnig geworden, dass sie bestimmt bald reif sind. Das Wandern wird bei dem schönen Wetter allerdings zu einer schweißtreibenden Angelegenheit. Auf dem Weg überholt uns eine norwegische Familie. Das sind die einzigen anderen Menschen, die wir auf der Tour sehen
Als wir wieder bei der Alm Myklebuststøylen sind, machen wir erst einmal Pause. Unsere T-Shirts ziehen wir dabei aus, um sie zum Trocknen auf einen Zweig zu hängen. Am Rande des Traktorwegs, den wir kurze Zeit später wieder gehen, wachsen jede Menge Blaubeeren. Wir essen ein paar und sammeln eine kleine Schüssel voll für später.
Kurz nach 16 Uhr sind wir dann wieder am Parkplatz. Ungefähr 12 km sind wir gegangen. Eine wunderschöne Tour! Fantastische Landschaft, Ruhe, schönes Wetter, ein herrliches Naturerlebnis, Norwegenherz, was willst du mehr?
Am Abend genießen wir dann unsere selbstgepflückten Blaubeeren in Kulturmelk (Sauermilch). Oberlecker!
Heute ist es sehr sonnig und warm. Am Vormittag lassen wir es uns gut gehen und lesen in der Sonne. Am Nachmittag machen wir einen Ausflug zum nahe gelegenen Fjordhestgard, einem Hof mit Fjordpferden, bei dem heute Tag der offenen Tür ist.
Gegen 14.40 Uhr kommen wir los. Wir müssen nur kurz den Rv60 runter auf die E39 Richtung Sandane, dann kommt auch schon nach wenigen Kilometern der Abzweig zum Fjordhestgard. Es geht ein weing den Berg hinauf, dann sind wir da. Auf dem Parkplatz stehen bereits einige Fahrzeuge mit Ratzeburger Kennzeichen. Wir stellen unseres dazu. Auf dem Hof selbst ist nicht viel los. An einem Tag der offenen Tür hatten wir mehr erwartet. Wir schauen uns ein wenig um, dann kommen einige Junge Mädchen mit Fjordpferden aus dem Stall. Offensichtlich wollen sie zu einer Reittour aufbrechen. Eine der Betreuerinnen fragt, ob Annika mitreiten möchte. Als Pferdenärrin möchte sie natürlich gern, ist sich aber nicht sicher, ob ihr Englisch ausreichend ist; Norwegisch kann sie ja nicht. Dann stellt sich aber heraus, dass einige der Mädels zu den Ratzeburger Autos gehören und selbstverständlich Deutsch sowie ausreichend Englisch sprechen, um Annika bei der Kommunikation zu helfen. Also wird auch für sie in Pferd gesattelt und gegen 15.35 Uhr zottelt die Truppe los.
Eine knappe Stunde haben wir jetzt Zeit, uns umzuschauen und die Sonne sowie den schönen Blick ins Tal zu genießen. Gleich nebenan befindet sich ein Platz mit Bühne, Getränkeausschank (derzeit nicht in Betrieb) und sanitären Örtlichkeiten. Wie wir den Plakaten entnehmen, findet hier regelmäßig ein Country-Musik-Festival statt.
Rückkehr der Reiter
Gegen 16.25 Uhr tauchen die Reiter wieder am Ende der Straße auf. Es war supertoll, laut Annika. Zunächst sind sie der Straße gefolgt, dann ging es über Waldwege und Felder durch die Natur und wieder zurück. Die fälligen 200 NOK zahlen wir gern.
Auf einer Wiese beim Hof haben ein paar Mädchen einen Grill aufgebaut und verkaufen gegrillte, frische Forellen mit Beilagen. Kaum jemand hat von dem Angebot bisher Gebrauch gemacht. Wir kaufen ihnen ein paar Forellen ab und genießen sie an den aufgebauten Tischen. Sie schmecken wirklich gut.
Tellus der Hofkater
Bei der Rückkehr zu unserem Ferienhaus wartet schon Tellus, der Hofkater, auf uns und lässt sich ausgiebig von Annika streicheln. Am Abend machen wir noch eine kleine Bootstour auf dem Sandalsvatnet. Später mache ich noch ein paar Fotos von Blumen am Wegesrand, in denen die Bienen surren, und vom Myklebustbreen, der in der Abendsonne gelborange leuchtet.
Das Vestkapp steht noch immer auf unserer Liste. Nachdem wir im letzten Jahr bereits da waren, vor lauter Nebel aber kaum die Hand vor Augen sehen konnten, wollen wir es jetzt noch einmal probieren.
Wie im letzten Jahr fahren wir bei schönem Wetter los. Es ist heiter bis wolkig und angenehm warm. Und wie im letzten Jahr fahren wir auf der E39, überqueren den Nordfjord mit der Fähre Anda–Lote, und folgen dem Fjord westwärts auf dem Rv15. Weiter geht’s auf dem Rv61 nach Norden. Hier zog im letzten Jahr langsam der Nebel auf. Heute bleibt das Wetter schön, und wir machen uns hoffentlich berechtigte Hoffnungen auf einen spektakulären Blick vom Vestkapp. Der Rv620 führt uns auf die Halbinsel Selje, immer am Vanlyvsfjorden entlang, bis es schließlich auf eine kleine Straße Richtung Vestkapp geht.
Oben angekommen zahlen wir 45 NOK Gebühr pro Person (waren das nicht im letzten Jahr noch 20 NOK Parkgebühr pro Fahrzeug?). Der Blick, der sich uns heute bietet, lässt uns jedoch alle Gebühren vergessen. Dieses Mal haben wir Glück, und das Wetter lässt weit in alle Richtungen schauen. Das muss ich gleich in mehreren Panoramafotos festhalten. Herrlich!
Wir sehen uns ausgiebig satt, spazieren auf dem 500 m über dem Meer gelegenen Plateau umher und genießen Wetter und Natur. Dann zieht es uns in das Vestkapphuset, wo wir für dreimal Apfelkuchen mit Sahne, zwei Kaffee und eine 7up 200 NOK (ca. 25 €) bezahlen. Egal, die Aussicht ist es wert.
Auf der Rückfahrt machen wir einen Abstecher quer über die Halbinsel nach Selje. Hier hatten wir im letzten Jahr leckere Reker (Garnelen) direkt vom Kutter gekauft. Heute liegen keine Kutter am Kai, aber das Wetter ist ungleich besser, und so waten wir noch ein wenig am weißen Sandstrand des Ortes durch den hier gar nicht sooo kalten Nordatlantik. Leider haben wir keine Badekleidung dabei …
Auf dem Heimweg machen wir noch einen Einkaufsbummel durch Nordfjordeid mit seiner schönen Altstadt. Direkt am Fjord wurde ein neues Einkaufszentrum gebaut. Das alte gegenüber verwaist langsam.
Auf dem letzten Stück des Weges nach Sandal ist die Straße nass. Nanu, da muss es hier wohl geregnet haben. Jetzt herrscht aber wieder blauer Himmel vor.
Wolkenloch über dem Nordfjord
Heute ist es wolkig. Es hat in der Nacht geregnet, und auch im Laufe des Tages kommt es immer wieder zu Schauern. Zeit für eine ausgedehnte Shopping-Tour. Wir lassen uns Zeit. So gegen 12 Uhr fahren los. Auf dem Rv60 überqueren wir das Utvikfjellet, und dort, wo man normalerweise einen weiten Blick auf den Nordfjord und die umgebenden Bergmassive hat, blicken wir in ein Meer aus grauen Wolken. Nur ein Guckloch gibt für kurze Zeit den Blick auf das gegenüber liegende Ufer frei.
Unser erster Stopp ist der Fabrikverkauf des Herstellers für Sportartikel und Outdoor-Klamotten Skogstad in Innvik. Dieses Mal werden wir nicht so recht fündig. Wir fahren weiter auf dem Rv60 bis nach Stryn. Hier spazieren wir die Hauptstraße auf und ab. Bei dem Ladengeschäft des angesagten örtlichen Modedesigner von Moods of Norway schauen wir uns ausgiebig um. Für Annika fällt ein T-Shirt ab, für uns Erwachsene ist das Design vieler Stücke dann doch etwas zu ausgefallen, vielleicht ein anderes Mal. Anschließend kaufen wir noch ausgiebig Lebensmittel bei Rema 1000 ein, dann geht's auf dem Rv60 wieder zurück.
In Olden machen wir noch einen Abstecher zum Lagerverkauf des Modelabels Rico Vero. Ich erstehe drei Hemden. Auf dem gegenüber des Ladens gelegenen Hang stehen einige Häuser dicht unter einer tiefhängenden Wolke, während der Gipfel des Berges schon wieder oberhalb der Wolke herauslugt. Ein Fotomotiv.
Am Abend lockert die Bewölkung wieder auf, und wir machen noch einen kleinen Spaziergang in die nähere Umgebung. Dabei ergeben sich aus dem Spiel von Sonne und Wolken magische und mystische Lichtstimmungen, von »Sonnenflecken« auf Bergen bis zu Wolken, die im Sonnuntergang aus dem dunklen Wald zu steigen scheinen. Noch mehr Fotomotive …
Blåklokkehuset
Esstisch im Blåklokkehuset
Heute ist Wechseltag, und zwar von einem Ferienhaus ins andere. Soweit nichts Besonderes, aber in diesem Fall wechseln wir in ein anderes Haus derselben Vermieterin. Das ist notwendig, weil keines der beiden für uns in Frage kommenden Häuser in den zwei Wochen, in denen wir hier bleiben wollten, verfügbar war. So ziehen wir heute ins Blåklokkehuset um, in dem wir 2003 zum ersten Mal gewohnt haben. Das Wetter ist wieder schön, aber wir müssen packen.
Das Blåklokkehuset liegt einige hundert Meter weiter westlich und um einiges höher als unser bisheriges Haus. Mit zwei Fahrten haben wir unser gesamtes Geraffel nach oben transportiert. Jetzt heißt es wieder: Einräumen.
Das Blåklokkehuset ist kleiner, dafür aber moderner eingerichtet. Das Bad ist seit unserem letzten Besuch renoviert worden und hat eine Fußbodenheizung erhalten. Dafür müssen wir jetzt auf Spül- und Waschmaschine verzichten.
Nachdem alles eingeräumt ist, machen wir erst einmal Pause, lesen, spielen, faulenzen …
Am Abend spazieren wir bei immer noch schönem Wetter durch die nähere Umgebung.
Eine Wanderung steht auf unserem heutigen Programm. Wir wollen zusammen mit unseren Vermietern Aud und Jostein sowie deren Tochter Ellisiv, die gerade zu Besuch ist, zu deren Hütte bei der Alm Sandalstøylen wandern. Das Wetter ist dafür ideal. Es ist warm, und eine leichte, hohe Bewölkung verhindert, dass wir beim Wandern zu sehr schwitzen oder uns gar den Pelz verbrennen.
Traktor
Um 11 Uhr geht’s los. Der Anfang wird uns leicht gemacht. Jostein nimmt uns im Traktor mit. Ellisiv und Annika sitzen mit in der Führerkabine, während Aud, Conni und ich auf Strohballen in einer kleinen am Heck angebrachten Transportmulde Platz nehmen. Wir nehmen den Traktorweg Richtung Fossheimstøylen und um so höher wir kommen, desto häufiger werden wir trotz Josteins sehr umsichtiger Fahrweise kräftig durchgeschüttelt. Es geht im wahrsten Sinne über Stock und Stein. Schon bald muss Jostein den Vierradantrieb zuschalten, und in unserer Mulde nach hinten blickend haben wir mehr als einmal das Gefühl, dass der Traktor hinten über kippen könnte. Aber natürlich passiert nichts. Es geht weit hinauf, und immer wieder bieten sich schöne Ausblicke ins Tal. Kurz vorm Ende des Traktorweges steigen wir dann aus. Jostein wird nicht mitwandern. Er will noch die Wanderwege pflegen, d.h. von überwuchernden Ästen und Sträuchern befreien.
Wir genießen erst einmal die schöne Aussicht und erholen uns von der Schüttelei. Dann wandern wir auf dem Traktorweg und, als der zu Ende ist, auf dem Pfad Richtung Fossheimstøylen weiter. Bald haben wir die Steigung hinter uns und wandern über Wiesen. Hier und da sammeln wir ein paar Beeren, zumeist Blaubeeren (es gibt ganze Blaubeerfelder hier oben), aber auch einige vereinzelte Moltebeeren sind schon reif.
Sandalstøylen in Sicht
Gegen 13 Uhr sehen wir dann die Sandalstøylen auf der anderen Seite eines Flusses liegen. Es ist kleine Ansammlung von Hütten, eine davon gehört Aud und Jostein. Wir überqueren eine erst vor kurzem neu aufgestellte Brücke, und schon sind wir bei den ersten kleinen Häuschen. Aud begrüßt einen Herrn mittleren Alters, der auf der Terrasse vor seiner Hütte sitz, und erklärt uns später, dass das der Ordfører des Fylke Sogn og Fjordane sei (so etwas wie der Ministerpräsident eines Bundeslandes) sei.
Wollgras bei der Alm Sandalstøylen
Ein kleiner Birkenhain hoch über Sandal
Fluss bei der Alm Sandalstøylen
Aud und Josteins Almhütte
Baden im Naturpool
Aud und Josteins Hütte ist sehr klein und in unscheinbarem grau gehalten. Sie stammt aus dem 15. oder 16. Jahrhundert und diente früher als Sommerlager für die Schafhirten auf der Alm. Die Hütte hat einen kleinen Vorraum und einen etwas größeren Hauptraum. Wir setzen uns hinein, und Aud serviert uns einen Moltebeerenlikör (aus Finnland). In jedes Glas kommt eine frisch gepflückte Moltebeere, dann stoßen wir an. Aud erzählt noch einige Geschichten vom früheren Leben auf der Alm und zeigt uns Gegenstände von damals.
Blick in die Hütte
Orchidee auf dem Weg bergab
Dann gehen wir baden. Baden? Richtig gelesen. Der in der Nähe vorbeifließende Fluss hat eine Aussackung, die einen kleinen Pool bildet. Der Fluss speist sich ausnahmsweise nicht aus Schmelzwasser der umliegenden Gletscher, und so ist das Wasser zwar immer noch sehr erfrischend, aber nicht eisig kalt. Nach und nach trauen wir uns hinein und geniessen in dem klaren, frischen Wasser planschend den fantastischen Ausblick auf die umliegende Landschaft mit ihren Bergen und Gletschern.
Anschließend wird auf einem Gascampingkocher eine Tütensuppe gekocht und mit Würstchen verfeinert. Dazu gibt es Brot, Äpfel und Süßigkeiten. All das hatte Aud in ihrem Rucksack mit hinaufgetragen. Das Essen genießen wir an einem Steintisch. Wir unterhalten uns über Gott und die Welt. Herrlich!
Das haben wir uns verdient …
Dann machen wir uns an den Abstieg. Wir nehmen einen anderen Weg als beim Aufstieg. Ein schmaler, teilweise steiler und felsiger Weg führt uns entlang des Wasserfalls Sandalsfossen hinab. Ein kurzer Schauer macht die Felsen glitschig. Ca. vier Kilometer geht es so, bis wir wieder den Traktorweg erreichen. Das Wetter ist jetzt schwül, aber es bleibt trocken. Insgesamt benötigen wir eineinhalb Stunden für den Abstieg. Gegen 18.15 Uhr sind wir wieder im Blåklokkehuset. Was für ein schöner Tag!
02.01.2010:
Godt nytt år - Frohes Neues...
27.12.2009:
Spende an "Save the Children"
24.12.2009:
God Jul - Frohe Weihnachten
03.11.2009:
Lofoten-Fotos online
30.08.2009:
Lofoten-Urlaub
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