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Bei Matre
Puh, das ganze Packen und Putzen nimmt doch ganz schön viel Zeit in Anspruch. Heute fahren wir in unser zweites Haus bei Byrkjelo. Als wir endlich loskommen, regnet es gerade mal nicht. Wir begeben uns auf die E39, die wir bis Byrkjelo nicht mehr verlassen werden. Kurz nach Bergen überqueren wir die mautpflichtige (45 NOK) Nordhordalandsbrua, dann folgen wir dem Osterfjorden. Bei Matre machen wir Rast mit Blick auf den Matresfjorden.
Auf dem Weg über den Sognefjord
Das Wetter ist jetzt eher heiter bis wolkig. Bei Oppedal überqueren wir den Sognefjord auf der Fähre nach Lavik. Jetzt geht es immer am Sognefjord entlang bis wir bei Hovland nach Norden Richtung Førde abzweigen.
Danach geht es am Jøstravatnet entlang. Immer wieder stehen Kleinbusse am Straßenrand, die Wagemutige nach ihrem Raftingausflug wieder einsammeln.
Gegen 17 Uhr sind wir in Byrkjelo und folgen nun den Anweisungen zur Schlüsselübergabe. Erst auf dem RV60 ca. 1 km, dann Richtung Myklebust bis nach Sandal, dann sind wir bei »Sandal Gårdsferie«. Die nette Besitzerin begrüßt uns auf deutsch und erklärt uns allerlei Dinge über unsere Urlaubsregion, die drei Ruderboote auf dem See, die wir gern benutzen dürfen, gibt uns zahlreiche Broschüren mit und schließlich auch den Schlüssel zu unserem Haus.
Leichtes »Alpenglühen«
Wir müssen wieder etwas zurück, dann einen Berg hinauf, und dann sind wir da. Das »Blåklokkehuset« gefällt uns von Anfang an. Es ist nicht sehr groß, aber völlig ausreichend für uns drei. Das Haus ist liebevoll eingerichtet, alles erscheint gepflegt und sauber. Der Ausblick ist überwältigend. Steile Felswände, Wald, schneebedeckte Gipfel und der Blick auf Gletscherzungen. Der einzige Nachbar ist ein einige hundert Meter entfernter Bauernhof. Hier werden wir uns wohlfühlen.
Den Rest des Abends richten wir uns in unserem neuen Haus ein und genießen den Ausblick. Später am Abend, so gegen elf, schaut die Sonne wieder durch die Wolken und zaubert ein leichtes »Alpenglühen« auf »unsere« Berge.
»Unser« Haus
Blick aus »unserem« Wohnzimmerfenster
Die Sonne strahlt von einem wolkenlosen Himmel, als wir aufwachen. Gegen Mittag brechen wir zu einem Spaziergang in die nähere Umgebung auf. Einem Tipp unserer Vermieterin folgend gehen wir zunächst die Straße zu unserem benachbarten Bauernhof hoch. Dort geht es weiter über einen Feldweg, von dem aus sich ein schöner Blick auf das Tal und die umliegenden Berge bietet. Nachdem wir durch ein Gatter gegangen sind, werden wir von neugierigen Schafen umringt und beäugt. Der Weg führt jetzt mehr durch waldiges Gebiet, was angesichts der steigenden Temperaturen ganz angenehm ist. Nach weiteren Gattern, vorbei an Kuhweiden, erreichen wir wieder eine kleine Straße. Jetzt geht es bergab. Die Sonne brennt immer gnadenloser. Wenn man bedenkt, dass es gestern noch wolkig mit Schauern war …
Nach einiger Zeit erreichen wir eine Querstraße. Es ist die Straße nach Myklebust, kurz nach dem Abzweig von der E39. Jetzt wissen wir, wohin es uns verschlagen hat und auch, dass wir noch ca. vier Kilometer vor uns haben. Nun denn … Es geht ständig leicht bergauf, und es gibt nur wenig Schatten. In einem bewaldeten Abschnitt machen wir einen kurzen Abstecher durch den Wald zu einem Fluss, der uns schon seit einiger Zeit rauschend begleitet. Wunderschön ist es hier. Allerdings bietet sich keine Gelegenheit, zu rasten, und so gehen wir zurück zur Straße.
Etwas weiter lockt ein fischförmiges Schild in Richtung Fluss. Wir folgen ihm und landen bald an einem überdachten Schießstand. Er liegt direkt an dem Fluss, dessen türkisfarbenes Wasser gen Tal rauscht. Keine Menschenseele weit und breit, es gibt Bänke, auf denen man sich im Schatten ausruhen kann, einen kleine Brücke führt über den Fluss, der Blick auf die umliegenden Berge ist fantastisch; ein absolutes Idyll. Hier lassen wir die Seele ca. eine halbe Stunde baumeln, bevor wir den Rest des Weges antreten. Alles in allem waren wir ca. drei Stunden unterwegs.
Zu Hause gibt’s erst mal ein »Sommerøl« auf der Terrasse, während einige kleine Wolken bizarre Muster in den blauen Himmel malen. Später am Abend lässt die Sonne unsere Berge wieder erröten, dieses Mal aber richtig.
Frühstück auf der Terrasse
Der morgendliche Blick aus dem Fenster zeigt einen knallblauen Himmel. Heute ist mal wieder ein längerer Ausflug angesagt. »Immer Mehr wollen mehr vom Meer sehen«, wir auch. Dieses Mal soll es kein Fjord, sondern richtiges, offenes Meer sein. Unser Ziel ist Vågsøy, eine Insel an der Westküste.
Nach einem Frühstück auf der Terrasse fahren wir auf der E39 Richtung Nordwesten durch wunderschöne Landschaft am Gloppenfjord entlang. Mit der Fähre von Anda nach Lote überqueren wir den Nordfjord und wechseln bei Nordfjordeid auf den RV15 Richtung Westen.
Auf dem gut ausgebauten RV15 folgen wir dem Nordfjord bis zu seinem Ende. Nach der Überquerung einer sich hoch aufschwingenden, langen Brücke zur Insel Vågsøy landen wir in der Inselhauptstadt Måløy. Unser erster Blick fällt auf ein Hinweisschild zum Kannesteinen. Den haben wir auf unserer Liste, also folgen wir der Straße Richtung Nord-Oppedalen bis zu deren Ende, was recht lange dauert, da die Straße weitgehend einspurig ist und sich immer an der Küste entlang schlängelt.
Der Kannesteinen ist ein von den Kräften des Meeres und vielen Kieselsteinen »unten herum« ausgewaschener Felsblock. So wie er jetzt dasteht – die Sonne scheint, das Meer plätschert nur leicht – kann man sich die Entstehung seiner jetzigen Form kaum vorstellen, aber so schönes Wetter hat er sicherlich erst selten erlebt. Wir klettern ein wenig auf den Felsen am Wasser herum, um einen möglichst guten Blick zu bekommen. Irgendwie hatten wir ihn uns größer vorgestellt, beeindruckend ist er trotzdem.
Schade, dass die Straße nicht noch ein, zwei Kilometer weitergeht. Dann hätte man auf direktem Weg weiter zum Kråkenes fyr, einem Leuchtturm an der Nordwestspitze der Insel, fahren können. So müssen wir den ganzen Weg wieder zurück, durchqueren den Hauptort der Insel, Måløy, und biegen bei Raudeberg links ab in Richtung Kråkenes fyr. Die Straße führt langsam, aber sicher in die Berge. Nach kurzer Zeit müssen wir wieder links abbiegen. Geradeaus wäre es nach Refvika gegangen. Schon aus dieser Entfernung kann man den dortigen Strand gut erkennen, und wir beschließen, ihm auf dem Rückweg einen Besuch abzustatten.
Die Landschaft ist karg. Man kann sich gut vorstellen, dass hier häufig Stürme über die Insel fegen. Heute aber strahlt die Sonne, und wir bereuen es nicht mehr, dass wir den Umweg fahren müssen. Die Landschaft ist trotz ihrer Kargheit sehr schön, und hinter jeder Kurve bietet sich ein neuer faszinierender Blick auf Land und Meer.
Kurz vor Kråkenes fyr bietet ein Aussichtspunkt einen grandiosen Rundblick. Wir sehen uns ausgiebig satt, bevor wir wieder zum Ziel dieser Fahrt aufbrechen.
Einige hundert Meter vor Kråkenes fyr steuern wir einen Parkplatz an. Ab hier ist die Straße gesperrt, und wir müssen den Rest zu Fuß gehen, was bei dem Wetter aber natürlich kein Problem darstellt. An den Leuchtturm Kråkenes fyr ist direkt ein Wohnhaus angeschlossen, in dem jetzt ein kleines Café untergebracht ist; Übernachtrungen sind auch möglich. Bei Waffeln und Kaffee genießen wir den Ausblick. Eine der Bedienungen stellt sich als Deutsche heraus, die hier einen Ferienjob hat. Es gibt schlechtere Möglichkeiten, seine Semesterferien zu verbringen.
Strandparkplatz
Auf der Rückfahrt machen wir einen einen Abstecher zum Refvika Strand, den wir bereits auf der Hinfahrt aus der Ferne bewundert hatten. Der Parkplatz ist recht voll, aber wie es aussieht kann man auch direkt am Strand parken. Einige tun das jedenfalls. Wir parken lieber ordnungsgemäß auf einem der Parkplätze.
Der Strand ist ein Phänomen. Rundherum karge, von Sturm und Regen geprägte Landschaft, und mittendrin ein breiter, weißer Sandstrand. Es ist recht voll, wenn man bedenkt, dass Montag ist, aber von mallorcinischen Verhältnissen noch weit entfernt. Annika will unbedingt baden. Zum Glück haben wir das Badezeug für sie immer im Kofferraum, und so stürzt sie sich in die Fluten, während wir unsere Füße baden. Die Wassertemperatur ist nicht gerade kuschelig, aber bei diesen Temperaturen eine willkommene Abwechslung.
Durch den Badeausflug ist es recht spät geworden, so dass wir den ursprünglich ins Auge gefassten Abstecher zum Vestkapp, dem auf der etwas nördlich gelegenen Halbinsel Selje gelegenen westlichsten Punkt des norwegischen Festlandes, auf eine spätere Reise verschieben.
Auf dem Rückweg entscheiden wir uns für eine andere Strecke und folgen dem RV15, nicht nur wegen der Abwechslung, sondern auch aus Sentimentalität. Wir waren im Jahr 2000 schon einmal hier und waren von der Gegend begeistert. So geht es am Hornindalsvatnet vorbei und anschließend über Stryn (→ RV60), Loen und Olden am Nordfjord entlang, bevor wir bei Utvik in die Berge abbiegen und nach Überquerung des Utvikfjellet, recht spät, wieder zu Hause sind.
Wieder Spitzenwetter! Für einen größeren Ausflug reicht unsere Energie heute nicht. Am Vormittag gehen wir zunächst in Byrkjelo einkaufen, dann fahren wir zum Sandalsvatnet, wo die drei Ruderboote unserer Vermieterin liegen. Die Landschaft ist fantastisch, der See mit den Booten und den kleinen Schäfchenwolken am strahlend blauen Himmel malerisch. Ich kann mich gar nicht satt knipsen.
Auf dem Sandalsvatnet
Jetzt um die Mittagszeit ist es allerdings so heiß, dass wir den geplanten Bootsausflug auf den späteren Nachmittag verschieben. So fahren wir zunächst wieder in unser Ferienhaus und genießen das schöne Wetter lesend.
Gegen 18 Uhr machen wir dann unsere Bootsfahrt und erkunden das Sandalsvatnet vom Wasser aus. Die Temperaturen sind jetzt angenehmer, und die Sonne knallt nicht mehr ganz so gnadenlos vom Himmel. Jaaa, wir sind auf einem norwegischen Bergsee und nicht am Mittelmeer.
Am Abend wird dann zünftig gegrillt. Es gibt selbstgemachte Frikadellen und selbstgekaufte Würstchen.
Kaiserwetter! Eigentlich wollten wir an meinem heutigen Geburtstag ja die in der letzten Woche verpasste Fahrt mit der Flåmsbana nachholen, aber die Tour hat sich bei näherem Hinsehen als zu kompliziert und langwierig (mehrstündige Fährfahrten) erwiesen. So planen wir um und entscheiden uns für einen Ausflug zum Norsk Bremuseum, einem Gletschermuseum bei Fjærland.
Die Gletscherzunge Marabreen
Wir folgen der E39 in südlicher Richtung und biegen bei Skei auf den RV5 ab, der zunächst ein Stück am Jølstravatnet und dann Kjøsnesfjorden entlang führt. Nach einem kurzen Fotostopp am Wasser nähern wir uns den ersten Ausläufern des Gletschers Jostedalsbreen. Kurz von dem Fjærlandstunnelen bietet ein Parkplatz Gelegenheit zum Blick auf den Marabreen, einem Ausläufer des Jostedalsbreen, auf der einen und den Kjøsnesfjorden auf der anderen Seite der Straße.
Kurz nach dem Tunnel geht es links ab zum Bøyabreen. Direkt nach dem Abzweig gibt es einen Parkplatz mit Toilette. Man kann aber noch weiter fahren bis zu einem großen Parkplatz in unmittelbarer Nähe des Gletschersees und einem Restaurant mit Souvenirshop.
Gletscher haben etwas Faszinierendes, Gewaltiges. Der Bøyabreen macht hier keine Ausnahme. Eine bläuliche Eiszunge leckt über den Felsen. Weiter unten am Gletschersee befindet sich noch ein vom Hauptgletscher abgetrenntes, von Staub und Geröll teilweise fast schwarz gefärbtes Stück Gletscher. Die Luft ist heiß, aber hin und wieder schickt der Gletscher einen angenehm kühlen Hauch zu uns herüber.
Der Bøyabreen ist der sich am schnellsten bewegende Gletscher Norwegens. Er legt bis zu zwei Meter am Tag zurück. Und als wollte er uns beweisen, dass es stimmt, hören wir schon nach kurzer Zeit ein Rumpeln und Krachen, und ein Stück des Gletschers fällt in den Gletschersee. Nach einiger Zeit erreichen die Bruchstücke das Ufer des Gletschersees, an dem wir stehen und staunen. Die anwesenden Kinder fangen sogleich an, die dicksten Brocken an Land zu tragen und ihre Trophäen am Ufer aufzureihen. Ich suche mir einen kleineren aus, um ihn in der Sonne glitzernd abzulichten. Anschließend ziehen wir unsere Schuhe und Strümpfe aus, um unseren Füße im See ein wenig Abkühlung zu gönnen. Lange hält es aber keiner aus. Das Wasser ist eiskalt (6°C, wie wir später im Gletschermuseum lernen sollen).
Warnschild am Bøyabreen
Wir wandern noch ein Stückchen Richtung Gletscher, machen aber an einem Warnschild kehrt. Andere sind leichtsinniger. Man sieht sogar einige direkt am Eis herumkraxeln. Zufall oder nicht, am Abend läuft in den Nachrichten ein Bericht mit Bildern von eben diesem Bøyabreen über die Gefahren von Gletschern und leichtsinnige Touristen.
Nach einem Eis mit Gletscherblick auf der Terrasse des nahe gelegenen Restaurants und dem Kauf eines Mousepads mit Trollkindern (= trollbarna), die auf einem Elch reiten (konnte ich einfach nicht dran vorbei), machen wir uns in Richtung Norsk Bremuseum auf. Das liegt nur wenige Kilometer weiter südlich. Wer da auch mal hin will, sollte darauf achten, dass er rechtzeitig (aus Norden kommend) rechts abbiegt. Kurz nach dem Abzweig kommt die Mautstelle, die einem 140 NOK (ca. 17,50 €) für die Fahrt durch die nachfolgenden Tunnel abnimmt.
Wo es doch in Norwegen immer so kalt und regnerisch ist …
Das ob seiner Architektur preisgekrönte Gletschermuseum bietet viele Informationen rund um die Entstehung und Wanderung von Gletschern. Der Lerneffekt wird durch eindrucksvolle Experimente verfestigt. So kann man z.B. durch ein 30-sekündiges Training auf einer Art Hometrainer herausfinden, wie viel Eis man mit der soeben erzeugten Energie hätte schmelzen können. Ich komme auf eine vergleichsweise große Menge, muss aber hinterher feststellen, dass ich mich wohl ein wenig übernommen habe. Bei den hohen Temperaturen (wenn das Autothermometer stimmt, sind es 33°C) und kaum etwas im Magen, breche ich fast zusammen, naja mir wird jedenfalls etwas flau. Entspannender, aber nicht weniger beeindruckend, ist der ca. 20-minütige Film in einem 180°-Kino über eine Gruppe von Wanderern, die über den Jostedalsbreen wandern. Die Bilder sind einfach atemberaubend. Regisseur ist der in Norwegen sehr bekannte Ivo Caprino.
Vom Dach des Museums bietet sich ein schöner Rundblick in die umgebende Berg- und Gletscherwelt.
Mammut-Mülltonne
Mundal am Fjærlandsfjorden
Fjordidyll
Auch ein Buchladen
Die Kirche von Mundal
Fjærlandsfjordspiegel
Bücher, Bücher, Bücher …
Vor dem Museum entdecken wir eine Mülltonne, die über und über mit Aufklebern des Norsk Bremuseums bedeckt ist. So einen Aufkleber bekommt jeder Besucher, um das Gebäude problemlos verlassen und wieder betreten zu können. Die Farbe wechselt täglich. Das Mammut wurde vom Museum übrigens als Symbol ausgewählt. Einen original Mammutstoßzahn kann man im Museum bewundern.
Nach dem Besuch des Bremuseums fahren wir auf der selben Straße weiter zum Ort Mundal, der eine Bokby, eine Bücherstadt, ist. Hier finden sich zahlreiche Gebäude (ehemalige Wohnhäuser, Scheunen etc.), in denen alte Bücher verkauft werden. Das ganze Dorf ist ein riesiges Antiquariat. Wir sind allerdings etwas spät dran, um noch ausgiebig stöbern zu können. Um 18 Uhr werden die meisten Läden geschlossen. So wandern wir die Hauptstraße auf und ab (nicht ohne eine weitere Kirche abzulichten) und bestaunen nicht nur das Antiquariat, sondern auch die unglaublich schöne Lage des Ortes direkt am Fjærlandsfjord.
Alpenglühen, mal wieder …
Wieder zu Hause bereiten wir uns leckeren Fisch mit Germüse zu. Anschließend öffnen wir ein Fläschchen Baccio, das wir uns im letzten Jahr aus dem Ort Ribolla in der Toskana mitgebracht hatten. Zum Abschluss gibt es – mal wieder – Alpenglühen.
Heute ist eine Einkaufstour geplant. Der Nordfjord ist das Mekka der Fabrik- und Lagerverkäufe. Gegen Mittag brechen wir auf dem RV 60 Richtung Innvik auf (muss ich erwähnen, dass die Sonne scheint? Ich glaube nicht). Nach Überquerung des Utvikfjellet geht es am Norfjord entlang nach Innvik.
Der Skogstad Fabrikutsalg ist leicht zu finden. Hier gibt es sportliche Freizeitkleidung zu durchaus günstigen Preisen. Bei der Wärme haben wir allerdings keine Lust, dicke Winterjacken oder Regenmäntel anzuprobieren. So verlassen wir den Laden jeder mit einer dreiviertellangen, leichten Wanderhose. Die Dinger trägt hier jeder, und sie sind auch wirklich praktisch.
Nach Skogstad ist der Rico Vero-Lagerverkauf in Olden dran. Hier erstehen wir ein Paar Schuhe für mich und einen Rock für Conni. Für Interessierte: Auch hier gibt es einen Skogstad-Lagerverkauf. Der Laden scheint größer als der Fabrikverkauf in Innvik zu sein. Nach einem Einkauf im Rimi von Olden geht es wieder zurück.
Am Nachmittag ziehen einige Wolken auf. Ich mache eine kleine Wanderung in die nähere Umgebung. Dieses Mal geht es in die andere Richtung, vorbei an einem verlassenen Bauernhof, durch mehrere Gatter. An einem der Gatter haben sich Schafe versammelt. Wenn ich dieses Gatter öffne, können Schafe raus. Das wird den Bauern nicht freuen. Also wandere ich weiter den Berg hinauf. Die Aussicht ist wieder fantastisch, wegen der Wolkendecke aber nicht ganz so fotogen. Statt dessen konzentriere ich meine Fotoaktivitäten auf andere Dinge, die du hier links und rechts vom Text sehen kannst.
Ulla und Ullrike (Ull = Wolle, rik = reich)
Gegen 20 Uhr nehmen wir ein Angebot unserer Vermieterin wahr. Jeder, der mindestens eine Woche bleibt, kann kostenlos entweder eine Angeltour mitmachen oder sich von Aud, so heißt sie, den Bauernhof zeigen lassen und mit ihr backen. Wir haben uns für letzteres entschieden. Es werden sehr schöne zwei Stunden mit vielen Tieren (Annika darf sie füttern), einem alten Fladenrezept (Sauermilch, Zucker, Mehl und Natron) und einem interessanten Gespräch bei selbstgebackenen Fladen und Lefser mit Fruchtmus (kaltgerührte Marmelade), Rømme (Sauerrrahm) und Kaffee bzw. Saft. Beim Abschied erhalten wir noch die restlichen Fladen sowie einige Hühner- und Enteneier. Danke, Aud!
Schade, schade, der letzte Tag im Blåklokkehus. Das Wetter ist heiter bis wolkig. Wir fangen schon mal an, aufzuräumen und zu packen. Später fällt mir ein, dass ich ja noch die die Wappenblume unseres Ferienhauses fotografieren will. Also folgt eine kurze Blumensession. Ansonsten lesen und spielen wir.
Nach einem abendlichen Schauer zeigt sich vor unserem Hausberg ein schöner Regenbogen.
Gegen sieben Uhr fällt plötzlich der Strom aus. Das hat er in den letzten Tagen schon häufiger getan. Er war aber immer nach spätestens zehn Minuten wieder da. Dieses Mal dauert es länger. Gegen zehn fahre ich zu unseren Vermietern, um Bescheid zu sagen. Komischerweise ist nur unser Haus betroffen. Alle anderen haben Strom. Aud und ihr Mann kommen (auch zu dieser fortgeschrittenen Stunde) hoch zum Haus und untersuchen sämtliche Sicherungen. Alles in Ordnung. Mysteriös. Die beiden erwägen sogar noch einen Elektriker anzurufen und fahren wieder zu ihrem Haus. Gegen elf Uhr ist der Strom dann plötzlich wieder da. Ich rufe bei Auds Mann an und gebe die gute Nachricht weiter. Über den Service kann man jedenfalls nicht meckern.
Morgen beginnt unsere letzte Woche. Noch ist nicht jeder Tag verplant. Mal sehen, wohin es uns verschlägt.
04.01.2012:
Fettnäpfchenführer Norwegen...
30.10.2011:
Neue Gastreiseberichte
22.07.2011:
Anschläge in Oslo
08.05.2011:
Norwegen auf dem Hamburger ...
11.04.2011:
Neue Gastreiseberichte
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