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Gegen 10.00 Uhr brechen wir auf. Es geht Richtung Trondheim, wo wir eine knappe Woche mit unseren Freunden verbringen werden. Allerdings sind wir erst für Montag verabredet, so dass wir noch einen Zwischenstopp einlegen werden. Bei wechselhaftem Wetter fahren wir zunächst nach Stryn, wo wir auf den RV 15 wechseln (wieder eine sehr schöne, abwechslungsreiche Strecke), dem wir bis zur Einmündung in die E 6 bei Otta folgen. Von da aus ist es nicht mehr weit Richtung Norden bis nach Dombås. Dort mieten wir uns eine Hütte auf einem Campingplatz und spazieren noch ein bisschen durch den Ort.
Weiter geht’s auf der E 6 Richtung Trondheim. Zum 7. oder 8. Mal fahren wir diese Strecke jetzt. Besonders das Dovre Fjell zwischen Dombås und Oppdal ist immer wieder faszinierend. Weiter im Norden wird die Landschaft langsam lieblicher, weniger dramatisch. Es regnet häufig, und so machen wir nicht allzu viele Pausen.
Am Nachmittag sind wir dann in Vikhammer bei Trondheim und feiern das Wiedersehen mit unseren Freunden. Wie immer werden wir herzlich empfangen, die Betten sind bereits bezogen, wir fühlen uns fast schon ein bisschen heimisch hier.
Es ist regnerisch und nicht sehr warm. Am Nachmittag treffen wir uns mit der Familie von unseren Freunden im »Egon Tårnet«, so heißt Trondheims Fernsehturm, seit die Restauration von Egon, einer Restaurantkette, übernommen wurde. Es gibt Pizza satt (inkl. Salat) für 69 NOK (ca. 8,70 €). Ein außerordentlich preiswertes Angebot für norwegische Verhältnisse.
Heute bleiben wir zu Hause. Ein Neffe unserer Freundin kommt zu Besuch, und er und Annika spielen stundenlang miteinander. Irgendwie schaffen sie es, sich ohne Worte zu verständigen, denn keiner spricht die Sprache des jeweils anderen.
Abends gibt es frische Reker (Krabben), wie üblich mit Weißbrot, Majonäse und Weißwein. Dieses Mal ist es ein trockener Franzose und nicht wie vor ein paar Jahren ein deutscher, extrem lieblicher Liebfraumilch aus der Dreiliter-Pappschachtel mit Zapfhahn. Tja, ein Volk von Weinkennern sind die Norweger wirklich nicht, aber lernfähig …
Nachdem es in den letzten Tagen bei Temperaturen von manchmal nicht mehr als 8°C teilweise waagerecht geregnet hatte, scheint heute die Sonne von einem blauen, wolkenlosen Himmel, und es ist mit fast 20°C angenehm warm. Spontan wird mittags auf der Terrasse Lachs gegrillt. Der Ausblick über den Fjord ist fantastisch. Herrlich …
Schade, Schade, unser Urlaub neigt sich dem Ende zu. Am Vormittag verabschieden wir uns und machen uns auf den Weg gen Süden. Wir folgen der E 6 und fangen nach Lillehammer an, uns einen Campingplatz für eine Zwischenübernachtung zu suchen, als es plötzlich anfängt wie aus Eimern zu schütten. Die sintflutartigen Regenfälle lassen uns nur noch mit Tempo 30 dahinschleichen. Schließlich schaffen wir es die Regenfront zu überholen. Nachdem wir die Brücke über den Mjøsa-See überquert haben, mieten wir uns eine Hütte auf dem Campingplatz Steinvik direkt am See, auf dem wir 1997 schon zweimal übernachtet hatten (da weiß man, was man hat). Kaum haben wir ausgepackt, da holt uns der Regen wieder ein. Was soll’s, wir haben’s warm und trocken. Es dauert nicht lange bis die Sonne wieder scheint, und wir gehen noch ein wenig am See spazieren.
Von Steinvik nach Oslo ist es nicht sehr weit, und so haben wir noch einige Zeit in der Hauptstadt, bevor unsere Fähre am Abend nach Hirtshals ablegt. Wir haben Glück, das Wetter ist schön, wir finden einen guten, kostenlosen Parkplatz, und auf dem Platz vor dem Rathaus ist ein Jahrmarkt im Rahmen der 1000-Jahr-Feier Oslos aufgebaut. Ziemlich mickrig im Vergleich zum Hamburger Dom, aber immerhin, dafür, dass wir vorher nichts davon ahnten geschweige denn erwarteten, nicht schlecht.
Oslos Innenstadt brummt, alle Restaurants an der Akerbrygge sind voll, vor den Fahrgeschäften des Jahrmarktes haben sich trotz der unverschämten Preise (3,80 € für einmal Karussell fahren) lange Schlangen gebildet, Geld scheint heute keine Rolle zu spielen. Später gehen wir zur Haupteinkaufsstraße Karl-Johanns-Gate, auf der gerade so etwas wie eine Mini-Love-Parade mit Multikulti-Einschlag stattfindet, »Oslo Gatedans« genannt. Enorm, was wir in den paar Stunden alles miterleben, wenn man bedenkt, dass wir von alledem keine Ahnung hatten.
Nun denn, alles geht einmal zu Ende, und um 19.30 Uhr legt unsere Fähre nach Hirtshals, DK, ab.
Tja, das war’s nun endgültig. Die Überfahrt verlief ohne Probleme. Uns bleibt nur noch, durch Dänemark nach Hause zu eilen. Am frühen Nachmittag sind wir wieder in Hamburg, und träumen schon vom nächsten Mal …
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