Im Sommer 2000 waren wir drei Wochen in Norwegen. Zunächst waren wir eine Woche in einem Ferienhaus in Lunde in der Telemark, dann eine in Olden am Nordfjord und dann noch eine bei unseren Freunden in der Nähe von Trondheim.
Hier nun unser Reisetagebuch 2000:
(Hinweis: die kleinen, dick umrandeten Bilder sind Thumbnails. Wenn du draufklickst, kannst du dir die große Version ansehen.)
Zur zweiten Woche Die erste Woche Zur dritten Woche
Abfahrt in Hamburg 13.50 Uhr Richtung Norden. Endlich geht es los! Auf der A7 sind 40 Km Stau gemeldet, deshalb wählen wir den Umweg über die A23/B5, Grenzübergang Tøndern. Wir kommen recht gut voran. Gegen 21.15 Uhr sind wir dann in Frederikshavn. Die Fähre nach Larvik soll um 22.30 Uhr ablegen. Wir sind also mehr als pünktlich. Schade nur, dass es dann erst mit einstündiger Verspätung los geht. An Schlafen ist in dieser Nacht leider kaum zu denken, denn irgendwelche Scherzkekse ein paar Kabinen weiter meinen, die Nacht für sich und andere zum Tag machen zu müssen.
Gegen 7 Uhr kommen wir trotz der verspäteten Abfahrt pünktlich und mit Streichhölzern zwischen Lidern in Larvik an. Doch der Empfang entschädigt für Vieles: Strahlender Sonnenschein und eine zu so früher Stunde schon angenehme Wärme. Jetzt fängt der Urlaub richtig an!
Wir fahren über Porsgrunn, Skien und Ulefoss und kommen gegen 10 Uhr in unserem Zielort Lunde an. Wir suchen und finden schon mal unser Häuschen. Da wir erst ab 15 Uhr hinein können, fahren wir erst mal zu den Telemarkskanal-Schleusen in Lunde. Ab 11 Uhr hat das dazugehörige Café geöffnet, und wir genießen bei strahlendem Sonnenschein (ca. 25°C) unseren ersten Kaffee mit Waffeln, Sahne und Erdbeermarmelade. Lecker!
Gegen 14.45 Uhr suchen wir unser Häuschen auf. Es liegt auf einem Bauernhof etwas außerhalb von Lunde und oberhalb eines kleinen Sees. Das Haus ist geräumig aber nicht besonders schön. Die Einrichtung scheint noch aus dem Baujahr 1928 zu stammen, aber es ist alles da, was man braucht, und die eine Woche werden wir es uns schon gemütlich machen. Am späten Abend ist’s mit dem schönen Wetter erst mal vorbei und es fängt an zu regnen.
Es ist stark bewölkt und es regnet immer wieder, aber es ist nicht sonderlich kalt (19—20°C). Den Vormittag nutzen wir zum Einkaufen in Bø, und am Nachmittag erkunden wir zu Fuß die Umgegend unseres Domizils.
Immer noch schauert es, und wir entschließen uns zu einer kleinen Städtetour. Über Notodden fahren wir in die alte Bergbaustadt Kongsberg. Nach einem Bummel durch die dortige Fußgängerzone und den Park besuchen wir das Bergwerksmuseum, dem auch noch ein Ski-, ein Münz- und ein Waffenmuseum angeschlossen sind. Letzteres schenken wir uns. Das Bergwerksmuseum ist sehr interessant und illustriert die damaligen Arbeitsbedingungen in den Silberbergwerken. Das Ski- und das Münzmuseum findet unsere Tochter Annika (damals knapp 5) weniger interessant (da kann man nicht durch enge, dunkle Gänge klettern), so dass wir sie etwas schneller durcheilen. Interessant sind sie aber auch.
Mittlerweile ist das Wetter wieder schöner geworden und wir nehmen – wieder zu Hause angekommen – unser Abendbrot im Freien ein. Eine Herde Schafe schaut uns dabei zu.
Die ganze Nacht und den Vormittag regnet es ununterbrochen. Wir lassen es ruhig angehen, spielen Karten. Gegen 15.30 Uhr hört es endlich auf zu regnen und wir fahren nach Ulefoss und Lunde zum Einkaufen. Keine weiteren nennenswerten Aktivitäten. Laut Wetterbericht soll es morgen besser werden.
Von wegen besseres Wetter: es hat mal wieder die ganze Nacht durchgeregnet, und auch am Vormittag regnet es wieder ohne Unterlass. Wir beschließen einen Ausflug an die Sørlandskysten nach Kragerø zu machen. Dort waren wir 1998 schon einmal und es hatte uns gut gefallen. Die Fahrt geht über Drangedal und führt teilweise über Schotterpisten. Unser Elch-Mobil (A-Klasse) schlägt sich wacker und lässt sich auch durch schlechte Straßenverhältnisse nicht aus der Ruhe bringen.
Annika ist von der Stadtbesichtigung nicht gerade begeistert, außerdem schauert es immer wieder, und so treten wir nach nur einer Stunde Aufenthalt den Rückweg an. Der führt uns über Skien, wo wir einen Zwischenstopp einlegen und uns die Stadt (Ibsentheater, 1000-jähriges Stadtjubiläum) anschauen.
Auch in dieser Nacht hat es wieder geregnet, doch am Morgen ist es trocken. Als sich am Vormittag gar die ersten blauen Flecken am Himmel zeigen, steht fest, dass es jetzt endlich an der Zeit ist einen weiteren Ausflug mit ein bisschen Naturerlebnis zu wagen. Wir machen uns auf den Weg zum Gaustatoppen bei der Stadt Rjukan. Während der wunderschönen Fahrt klart es immer mehr auf, und schließlich strahlt die Sonne von einem blauen Himmel. Wir fahren zunächst wieder nach Bø und weiter auf dem RV 36 nach Seljord, von wo es dann auf der E 134 weitergeht. Bei Ørvalle biegen wir auf den RV 361 ab und fahren dann auf dem RV 37 am schönen Tinnsjø entlang nach Rjukan. Das Städtchen liegt langgestreckt in einem Tal zwischen zwei Bergketten. Der Ort selbst ist nicht spektakulär, hat aber einen gewissen Charme.
Nach einer Stärkung brechen wir zum Gaustatoppen – den mit 1881 m (lt. Cappelens Kart, andere Quellen sprechen von 1883 m) höchsten Berg der Telemark, der Rjukan majestätisch überragt – auf und schlängeln uns die steilen Serpentinen auf der Straße Richtung Tuddal nach oben bis zum Gaustablikk Høyfjellshotell. Wir machen einen kleinen Spaziergang an einem kleinen See entlang. Der Gaustatoppen bleibt unser ständiger Begleiter. Es ist einfach toll hier oben (vor allem bei dem Superwetter)!
Der Rückweg führt uns über einen baumlosen Pass (1260 moh = meter over havet = Meter über dem Meeresspiegel) und eine sehr malerische Strecke vorbei an Tuddal nach Åmot, wo wir wieder auf die E 134 treffen, der wir Richtung Notodden folgen. Kurz vor Notodden, der Stadt des Blues, statten wir der Heddal Stabkirche noch einen kurzen Besuch ab, bevor wir endgültig in unser Häuschen zurück fahren. So macht Norwegen Spaß!
Wir wachen bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein auf. Vormittags sind wir in Bø zum Einkaufen. Den Nachmittag verbringen wir gemeinsam mit einigen Einheimischen (wir sind die einzigen Touristen) an dem nahegelegenen See, lassen uns die Sonne auf den Pelz scheinen und baden ein wenig (Luft 23°C, Wasser <<20°C). Auch das ist Norwegen.
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