Unser zweites Gasttagebuch kommt von Robbie. Er war im Spätsommer 2002 mit seiner Familie in Westnorwegen zum Angeln. Weitere Bilder gibt es auf Robbies Homepage http://robbie.p-a-g-e.de/ (»Fotos« → »Norway 2002«). Wenn du Fragen oder Anmerkungen zu diesem Reisetagebuch hast, hilft dir der Autor, Robbie, gern weiter.
Sonntag, 10.19 Uhr, es geht endlich los!!! Nachdem wir schon im November letzten Jahres das Haus gebucht hatten und von da es kaum noch abwarten konnten, dass es endlich los ging, begann nun "die heiße Phase."
Also ab auf die A46 Richtung Wuppertal, dort dann auf die A46 Richtung Norden .... und das alles bei strahlendstem Sonnenschein! Den ersten und einzigen "Stau" hatten wir dann am Westhofener Kreuz (wir standen so ca. 2 Sekunden *g*), der sich aber schon nach 100 Metern wieder auflöste. Am Autobahnkreuz Buchholzer Dreieck dann auf die A261 und am Autobahndreieck Hamburg-Nordost auf die A7 und dann die erste Pause kurz hinterm Elbtunnel. Dann wieder ab ins Auto und ab über die dänische Grenze (vorher noch in Schleswig tanken und Fahrerwechsel) ... Licht an .... Haben dann kurz hinter Kolding die E45 (in Deutschland A7) verlassen und über die 13 durch Dänemark getuckert *g* (irgendwie haben die da auch schon alle einen speziellen Knopf im Auto "überholen", denn 80 km/h sind erlaubt, fährt man 90 km/h, wird man mit 110 km/h überholt ... gilt übrigens auch in Norwegen *fg*). 30 Kilometer vor Viborg dann noch mal eine Pause. Vielleicht lag es auch an unserer langsamen Fahrweise, dass wir bei dieser Überlandtour unsere ganze Autofront mit Mücken und anderen Insekten "dekorierten". Jedenfalls mussten wir ordentlich schrubben als wir (wieder auf der E45) den ersten Rastplatz ansteuerten, um wenigstens wieder ein bisschen Sicht zu bekommen (es war mittlerweile ja auch schon dunkel geworden), dann noch schnell Fahrerwechsel gemacht und die letzten Kilometer zur Fähre in Hirtshals angetreten. Doch kaum wieder los gefahren war die Sicht schon wieder fast null .... Nebel, ach was sag ich, Haferbrei!! Sicht lag bis so 20 cm vor der Autoschreibe (also von innen *g*). Ob es nun an dem Nebel lag, dass auf dem letzten Stück der Autobahn außer uns kein Auto unterwegs war oder die Dänen bei unserem Erscheinen geflüchtet waren ... auf jeden Fall hatten wir die ganze Straße meist für uns ganz alleine.
Jedenfalls kamen wir um 22.22 Uhr in Hirtshals am Fährableger an, "last check in" war um 24.15 Uhr ... also noch ein bisschen Zeit, also Kissen raus und ab hinten auf die Pritsche! Trotz immer noch ziemlich diesigen Wetters war unser Auto wohl der Hingucker auf dem Kai ... oder wir Beide *gg*.
Die Fähre kam dann pünktlich an und wir kamen auch pünktlich drauf ... also Schlafsack und Kissen geschultert und Sitz- bzw. Schlafplatz gesucht ... 01.15 Uhr Fähre legt pünktlich ab, und erste Erkenntnis: "Och nööö, wir haben eine deutsche Schulklasse mit auf dem Schiff...". Und wie sich das dann auch für so 12–14-Jährige gehört, war für uns kaum an Schlaf zu denken, schrei, kreisch, laber, renn vorbei, Tür auf, Tür zu, seekrank sein, ... Ich habe jedenfalls die 5 Stunden 45 Minuten bis zur Ankunft in Kristiansand kein Auge zu bekommen. Mumpen war sauer seine Ohropax im Auto vergessen zu haben, konnte wohl aber trotzdem ein paar Minuten schlafen.
Pünktlich um 07 Uhr fuhren wir dann in Kristiansand von der Fähre (nachdem ein paar Tysks (Deutsche) sich ziemlich einen abgebrochen haben die Tür zum Autodeck aufzubekommen und sich ein paar norwegischer LKW-Fahrer darüber sichtlich amüsiert zeigten *g*).
In Kristiansand dann auf die R9, außerhalb von Kristiansand wieder Nebel und Sonnenschein ... aber schon geniale Landschaft! Dann um 08.15 Uhr dann Frühstückspause und direkt die ersten 2 Pilze gefunden (einen Stein- und einen Birkenpilz). So gegen 11 Uhr haben wir dann noch eine längere Pause eingelegt und die norwegische Sonne genossen. Wir waren ja gut in der Zeit und das Haus hatten wir ja erst ab 15 Uhr. In Haukeligrend ging es dann auf die E134 und "richtig" in die Berge *g*. Nachdem wir uns teilweise im Schritttempo hinter LKWs die Berge hoch und runter gequält hatten, kamen wir um 14.20 Uhr in Rullestad beim Haus an. Und es war überwältigend! Der Ort bestand aus 2 Bauernhöfen, 3 Wohnhäusern und unserem Ferienhaus ... ach ja, der schöne See, die Flüsse, die Wasserfälle und die Berge dürfen nicht vergessen werden *g*.
Mein Onkel war schon da (war einen Tag früher schon angereist und hatte im Nachbarort übernachtet). Zu dritt inspizierten wir nun das Haus und begannen auszuladen. 20 Minuten später trafen meine Eltern ein. Sie hatten schon am Sonntag die Fähre um 17.30 Uhr genommen und hatten dann in Kristiansand übernachtet.
Nachdem ausgepackt und gegessen war, beschlossen wir (trotz Schlafdefizit) noch runter zum Fjord zu fahren und unser Angelglück zu versuchen. Also fix paar Angeln fertig montiert und los. Wir versuchten vom Boot aus zu schleppen und zu pilkern, fingen aber nur "Kleinkram", der dann als Köder mit an den Pilker gemacht wurde.
Abends wieder zu Hause gab es noch Abendbrot, und dann ging's ab in den Whirlpool ... nach 2 Tagen ohne Schlaf sehr entspannend *g* und danach ab ins Bett ...
Am nächsten Morgen ging es dann erst mal zum (Forellen-)See. Nachdem wir schon einige Zeit unser Glück dort beim Blinkern versucht hatten, stellten sich auch endlich die ersten Erfolge ein. Wir kehrten mit 7 Forellen (Andi: 1 Stk., Mumpen: 1 Stk., ich: 5 Stk.) zum Mittagessen heim. Zwar sind diese Bergseeforellen alle recht "klein", schmecken aber dafür hervorragend!
Nachmittags ging es dann noch mal an den Fjord. Da wir am Vortag gesehen haben, dass die Einheimischen von der Mole aus angelten, versuchten wir dies auch. Ergebnis: 5 Makrelen (Andi: 1 "übernommene" Makrele von meinem Vater, Mumpen: 1 Stk., mein Vater: 1 Stk., ich: 2 Stk.) und 1 Knurrhahn (Andi).
Die ganzen Fische gab es dann mit Bratfett und Kräuterbuttergewürz, in Alufolie eingewickelt, gegrillt zum Abendbrot.
Ach ja, der erste richtige Angeltag und unsereiner hatte direkt den ersten leichten Sonnenbrand *g*.
Bei weiterhin tollem Wetter ging es morgens wieder an den See und nachmittags an den Fjord. Gefangen wurden 4 Forellen (Mumpen: 2 Stk., Andi: 1 Stk., ich: 1 Stk.), 2 Makrelen (ich), 1 Knurrhahn (Andi) und 1 Köhler (mein Vater).
Morgens schon früh raus an den See, um 7 Uhr ging's los. Trotzdem nur 4 Forellen gefangen (Mumpen: 2 Stk., ich: 2 Stk.).
Danach fuhren wir die 35 km nach Odda (nächst größere Stadt) zum Einkaufen. Nach der 1 Stunde Fahrt ging das Einkaufen eigentlich recht fix und wir machten uns auf den Rückweg.
Mittags gab es dann die 2 Makrelen, den Knurrhahn und den Köhler filetiert und 2 Forellen im Ganzen gebraten, dazu Bratkartoffeln mit Zwiebeln und den ersten Pilzen, die meine Mutter gefunden hatte.
Nachmittags ging es dann wieder an den Fjord, Andi fing 1 Makrele und einen Lippfisch, Mumpen 1 Köhler und meine Mutter ebenfalls 1 Makrele.
Andi und Mumpen fuhren heute an den Fjord, während ich mein Glück am See versuchen wollte. Die Beiden kamen mit 1 großen Meerforelle (2 kg, 54 cm, Andi mit leichter Rute) und 3 Makrelen (Mumpen: 2 Stk., Andi, 1 Stk.) zurück. Ich mit 10 Forellen *g*.
8 der 10 Forellen räucherte ich (mehr passten einfach nicht in den kleinen Räucherofen *g*) und die waren auch ziemlich schnell weggegessen *fg*.
Abends wurde dann wieder gegrillt, es gab 4 Makrelen, 1 Köhler (filetiert) und 1 Lippfisch.
Heute gab's dann endlich Andis Meerforelle zum Mittag (hat fast 2 Stunden im Backofen gebraucht!).
Gefangen wurden 3 Forellen (Mumpen: 1 Stk., ich: 2 Stk.) am See und 4 Makrelen (Andi: 1 Stk., Mumpen: 2 Stk., ich: 1 Stk.).
Nach einem "freien" Sonntag Morgen gab es gebratene Makrelenfilets mit Kaisergemüse, warmem Kartoffelsalat und Salzkartoffeln zum Mittag.
Abends dann am Fjord mein großer Auftritt *g*. Nachdem ich schon mit der kleinen Forellenrute eine Makrele gefangen hatte, gelang mir der große Fang! Ein 2 Kilo schwerer und 57 cm großer Lachs hatte sich an meinen Blinker "verirrt", denn eigentlich waren wir ja auf Makrele aus (deshalb ja auch die kleine Angelrute). Naja, zumindest lag er dann sicher im Eimer :-)
Morgens machten wir dann erst mal einen Ausflug zum Einkaufen nach Husnes. Kamen dabei an einem früheren Ferienhaus von uns vorbei und legten da erst mal einen kleinen Stopp ein *g*. Und es fing zum ersten Mal im Urlaub an zu regnen ... naja, wohl eher leichter Nieselregen.
Als wir dann wieder zurück waren, ging es ab an den See und wir kamen mit 5 Forellen (Mumpen: 3 Stk., ich: 2 Stk.) wieder nach Hause. Abends war dann wieder Fjord angesagt. In knapp 3 Stunden fingen wir 14 (!!) Makrelen (Andi: 2 Stk., Mumpen: 2 Stk., meine Mutter: 3 Stk., ich: 7 Stk.). Waren immerhin zusammen knapp 6 kg Makrelen *g*.
Zum Abendbrot gab es dann Lachs und Makrelen mit Pilzen. Danach wurden dann die 14 Makrelen filetiert und eingefroren.
Heute fing dann auch der Mumpen seinen ersten großen Fisch. Ihm ging eine Meerforelle von 1,650 kg und 52 cm an den Haken. Außerdem fing er noch einen Dorsch und morgens am See noch 2 Forellen. Mein Vater fing noch 1 Makrele und ich 1 Makrele und einen Köhler.
Mein Onkel war auf dem Gletscher ein bisschen wandern *g*.
Leider fuhr heute Mittag mein Onkel schon wieder Richtung Heimat. Morgens ging's deshalb noch mal an den Fjord. Die Bilanz: 6 Makrelen (Andi: 1 Stk., Mumpen: 3 Stk., ich: 2 Stk.), 1 Dorsch (Mumpen), 1 Rotbarsch (ich) und 1 Köhler (ich). Als Abschiedsessen gab es dafür dann auch noch mal Meerforelle mit Pilzen, Kaisergemüse und Salzkartoffeln.
Abends gab es dann gegrillte Forellen mit Pilzen und Brot.
Heute hatten wir mit 15°C und leichtem Regen den vom Wetter her schlechtesten Tag im Urlaub. Trotzdem fingen wir gut *g*. Mumpen: 1 Dorsch und ich 7 Forellen (größte 26 cm!, bei diesen Bergseeforellen ein halbes Monster *g*) und 4 Makrelen.
Heute ließ der Regen dann nach und auch die Temperatur kletterte ein wenig nach oben. Morgens fingen wir 2 Makrelen (Mumpen: 1 Stk., ich: 1 Stk.) und 3 Dorsche (ich), nachmittags am See fingen wir 5 Forellen (Mumpen: 2 Stk., ich: 3 Stk.).
Morgens waren wir mal noch mal bei bestem Wetter einkaufen in Odda.
Abends am Fjord fing mein Vater einen 1,750 kg schweren Dorsch, Mumpen und ich fingen je 2 Makrelen.
Zum Abendbrot gab es gegrillte Forelle mit Brot.
Tja, da war er, der letzte Tag. Ein letztes Mal wollten Mumpen und ich nochmal zum See um noch ein paar Forellen zum einfrieren zu fangen. Also ging es bei Sonnenschein und 23°C los. Und tatsächlich, Petri war uns gut gesonnen! Wir fingen 9 Forellen (Mumpen: 1 Stk., ich: 8 Stk.), die direkt nach dem Mittagessen schnell ausgenommen wurden und in die Gefriertruhe wanderten.
Nachmittags wurden dann Angelsachen und Klamotten wieder zusammengepackt und zum Teil schon mal verladen.
Danach war es Zeit Bilanz zu ziehen! Also hier das Ergebnis:
In 2 Wochen Norwegenurlaub fingen wir 123 Fische (55 Forellen, 50 Makrelen, 7 Dorsche, 4 Köhler, 2 Knurrhähne, 2 Meerforellen, 1 Lachs, 1 Rotbarsch und 1 Lippfisch).
Andi fing 12 Fische, Mumpen 32 Stück, meine Mutter 4 Stück, mein Vater 6 Stück und ich schaffte sage und schreibe 70 Stück (morgens auch extra erst nach meiner 8. Forelle zum Mittag gegangen, wollte die 70 voll bekommen *ggg*).
Nachdem die letzten Sachen gepackt und verstaut waren, ging es um 10.22 Uhr wieder ab Richtung Heimat.
Nach Einkaufen in Evje und einer Pause am Mineralienpark in Hornnes kamen wir um 17 Uhr in Kristiansand am Fähranleger an. Die Fähre lag schon im Hafen. Nachdem wir gut 1 Stunde gewartet hatten, durften wir auf die Fähre fahren. Wir legten pünktlich um 19.15 Uhr ab. Diesmal suchten wir uns einen etwas ruhigeren Platz auf der Fähre, schliefen aber, bedingt durch die Uhrzeit, wieder nicht.
Wir kamen dann auch pünktlich in Hirtshals, Dänemark, an. Nach einer kurzen Irrfahrt im Hafen ging's dann auf die Autobahn. Nach einem kurzen Treffen mit meinen Eltern auf einem dänischen Rastplatz fuhren wir weiter. Nach einem weiteren kurzen Stopp schmiss ich mich auf die hinteren Bänke und schlief erst mal ein paar Minuten. Um 04.20 Uhr passierten wir dann die dänisch-deutsche Grenze. In Flensburg wurde dann getankt, und kurz vor Hamburg wechselten wir die Fahrer, ich fuhr weiter und Mumpen schmiss sich hinten auf die Bank.
Hinter Bremen dann erst mal ein kleines Frühstück und nochmals Fahrerwechsel.
Den letzten Fahrerwechsel machten wir dann vorm Kamener Kreuz und ich fuhr das letzte Stück nach Hause (Umleitung über die A2 und die A43, da ein Stau vorm Westhofener Kreuz war).
Ankunft in Solingen war dann um 11.30 Uhr, meine Eltern trafen 20 Minuten später ein.
02.01.2010:
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