Ab jetzt wollen wir wieder ein bisschen »Strecke machen«, um dann in Fauske abzubiegen (auf die RV 80) und letztlich die RV 17 (Küstenstraße gen Süden) zu erreichen. Laut Reiseführer soll es sich zwar um eine »langsame« (man muss 6 mal Fähre fahren) aber landschaftlich sehr reizvolle Strecke handeln. Am Nachmittag erreichen wir den Saltstraumen, einen der stärksten und schnellsten Gezeitenströme. Sowohl direkt vom Ufer aus als auch von der Saltstaumenbrua hat man einen hervorragenden Blick auf die Strömung und die vielen Strudel. Es tummeln sich hier viele Möwen, da der Straumen sehr fischreich ist. Auch einige Angler stehen am Ufer und nach jeweils nur wenigen Sekunden nach dem Eintauchen des Hakens hat ein Fisch angebissen.
Wir rollen bald weiter gen Süden, durch den Svartisentunnel (7600 m lang) bis nach Holand. Hier fahren Boote zum Gletscher (diesmal von der anderen Seite, siehe 4. Juni). Heute ist es schon zu spät, aber morgen wollen wir dann zum Gletscher. Wir übernachten auf dem Campingplatz Furøy-Camping und über Nacht verlässt uns das Wetterglück. Es regnet.
Das Wetter ist so schlecht, dass der Ausflug zum Gletscher buchstäblich ins Wasser fällt. Irgendwie ist es wie verhext mit dem Svartisen. Also nehmen wir die frühe Fähre nach Ågskardet, was sich als sehr günstig erweist, denn wenn man die entsprechend frühe Anschlussfähre von Jektvik nach Kilboghamn (man hat von der Ankunft in Ågskardet bis zur Abfahst in Jektvik für 23 km Strecke nur 40 min. Zeit) verpasst, kann man erst am späten Nachmittag die nächste Anschlussfähre von Nesna nach Levang nehmen und verliert eine Menge Zeit, erst Recht, wenn das Wetter zum »Landschaft-Gucken« zu schlecht ist. So kommen wir aber zügig voran und in Levang stehen wir vor der Entscheidung, wie es weitergeht. Da es immer noch regnet, streichen wir die Küstenstraße RV 17, fahren nach Mosjøen zur E 6 und rollen nach Süden. Vielleicht ist das Wetter dort ja wieder besser. Auf dem Campingplatz in Moa fragen wir abends den Besitzer, wie lange es denn schon regnet. Er erzählt, es hätte heute angefangen zu regnen und es wäre der erste Regen nach mehr als 6 Wochen Trockenheit.
Zum Ende der 2. Urlaubswoche sind wir wieder auf dem Weg nach Südnorwegen; wir verlassen Nordland und fahren auf der E 6 zügig (es ist immer noch sehr wenig Verkehr) bis nach Dombås. Hier entscheiden wir uns, Richtung Küste zu fahren; dann können wir nach Ålesund weiter oder zum Trollstigen oder … Letztendlich landen wir auf dem Campingplatz Trollveggen Camping. Der Platz liegt in einem engen Tal und ist rundherum von Bergen umgeben. Da zum Abend die Sonne mal wieder scheint, haben wir einen tollen Blick auf sonnenbeschienene Bergspitzen, selbst noch so gegen 23 Uhr.
Am Morgen scheint wieder die Sonne, und wir fahren nach kurzem Halt an der Trollveggen-Wand den Trollstigen hoch. Obwohl wir vor 4 Jahren schon einmal hier waren, ist es wieder faszinierend, diese Straße mit den engen Serpentinen zu fahren und dann von oben den Blick auf die gesamte Straße zu genießen.
Nun stellt sich die Frage: den Trollstigen wieder herunter zu fahren und dann über Åndalsnes nach Ålesund oder auf der RV 63 bleiben und nach Geiranger fahren. Wir entscheiden uns für Ålesund. Schon beim Abstieg wird das Wetter immer schlechter und je weiter wir auf der E 136 Richtung Küste kommen, desto mehr regnet es. So biegen wir in Sjøholt doch links ab (schon wie vor 4 Jahren kommen wir wieder nicht nach Ålesund) und fahren Richtung Geiranger. Vom Ørneveien (Adlerweg), den wir herunter fahren, genießen wir den (trotz des »grauen« Wetters) grandiosen Blick auf den Geiranger Fjord. Der Ort Geiranger ist trotz der recht frühen Jahreszeit »rappelvoll«; man kann kaum einen Parkplatz finden. So fahren wir bald weiter und nächtigen auf dem Campingplatz Vinje Camping.
Ab jetzt scheint uns das »Sch…-Wetter« zu verfolgen. Den ganzen Tag fahren wir und landen schließlich abends in Gaupne (Sandvika Camping). So haben wir morgen die Möglichkeit, zum Gletscher oder zur Stabkirche nach Urnes zu fahren (oder beides?).
Auf dem Camping-Platz studieren wir die Informationstafeln über den Gletscher und sehen, dass das Boot auf dem Gletschersee wohl erst ab 20. Juni regelmäßig fährt. Wohl wissend, dass wir eine u.U. längere Wanderung vor uns haben, starten wir trotz des unbeständigen Wetters zum Nigardsbreen. Im Gletscherzentrum hören wir von anderen Touristen, dass doch ein Boot regelmäßig über den See direkt zum Gletscher fährt. Also nichts wie los. Nach der kurzen Bootsfahrt und einem kurzen Stück auf einem unwegsamen Pfad erreichen wir die Gletscherzunge. Doch mit den "obligatorischen" Fotos müssen wir uns beeilen, denn es fängt schon wieder zu regnen an. So machen wir uns auf den nun »sehr rutschigen« (aufgrund der nassen Felsen) Weg zum Boot und zum Parkplatz.
Schon gegen Mittag fahren wir weiter, streichen Urnes und erreichen bald Lærdal. Nach einem kurzen Abstecher zur Stabkirche von Borgund (wenn wir die in Urnes schon nicht gesehen haben) fahren wir durch den längsten Straßentunnel der Welt (24,5 km) von Lærdal nach Aurland.
Wer meint, so eine lange Tunnelfahrt sei langweilig, wird zumindest in diesem Tunnel eines Besseren belehrt. Nach etwa 5 km Fahrstrecke sieht man vor sich ein eigenartiges blaues Licht, was sich dann (ca. bei km 6) als »blaue Grotte« herausstellt. Grotte heißt, es ist eine größere Höhle in den Fels gehauen, deren Wände blau angeleuchtet werden. Man darf leider nicht anhalten, um zu fotografieren. Durch so eine »blaue Grotte« fahren wir noch zweimal (nach ca. 12 und nach ca. 18 km). Das Wetter ist immer noch schlecht, immerhin ist es zwischendurch ab und an mal trocken (immer wenn wir durch einen Tunnel fahren).
Nach einer Übernachtung auf dem (für die Jahreszeit) recht vollen Campingplatz in Flåm machen wir einen Bummel durch den Ort, erleben eine Abfahrt der Flåm-Bahn (wir fahren nicht mit; erstens teuer und zweitens Wetter zu schlecht) und die Ankunft von 2 Kreuzfahrtschiffen. Den Rest des Tages verbringen wir mit »Fahren im Regen« und machen nur einen kurzen Abstecher zur Stalheimskleiva. Wie vor vier Jahren nehmen wir den bequemen Weg zum Stalheim-Hotel und fahren nicht über die steile Straße (18% Gefälle bzw. Steigung). Schließlich landen wir in Røldal (schon an der E 134). Von den drei möglichen Campingplätzen wählen wir Skysstasjonen A/S, weil wir hier den festesten Untergrund haben und keine »aufgeweichte« Wiese.
Für einen Abstecher an den Lysefjord zum Prekestolen oder Kjerag reicht die Zeit wohl nicht mehr (wir müssen Sonnabend wieder zu Hause sein), also rollen auf der E 134 Richtung Oslo. Nach kurzen Einkaufsstopps in Åmot und Notodden und nach einem Abstecher nach Rauland (war Frank hier nicht im letzten Winter?) erreichen wir Heddal. Wir sind nun schon dreimal über das Haukelifjell gefahren und immer war es regnerisch und kalt. Doch jetzt in Heddal ist es (endlich wieder!) sonnig und warm. So halten wir und machen einen schönen Spaziergang um die Stabkirche. Bei schönem Wetter und nach langem Suchen finden wir den Campingplatz in Hokksund. Auf dem Weg dorthin haben wir am Straßenrand frische Erdbeeren gekauft (wir haben für 1 Pfund ein kleines Vermögen bezahlt), die wir nun als Abendessen genießen.
Auf der E 134/E 18 fahren wir nach Oslo in dem festen Glauben, dass der Weg zum Holmenkollen ausgeschildert ist. Doch wir werden enttäuscht. Nirgendwo ist ein Hinweis zu entdecken. Schließlich fragen wir an der Mautstation, ob wir noch auf der richtigen Straße sind, doch leider müssen wir hinnehmen, dass wir die entsprechende Ausfahrt bereits verpasst haben. Wir können die "richtige" Fahrspur zwar sehen (hinter einer Leitplanke), aber nicht erreichen. So nehmen wir laut Anweisung der Dame an der Mautstation die nächste Ausfahrt, fragen noch einmal an einer Tankstelle und gelangen ohne weitere Umwege direkt zum Holmenkollen (jetzt ist auch der Weg gut ausgeschildert).
Bei strahlendem Sonnenschein genießen wir den Blick von hier oben über Oslo und den Oslofjord. Wir besuchen das Skimuseum (unbedingt reingehen; lohnt sich) und ich »besteige« den Schanzenturm (ein Stück kann man mit dem Fahrstuhl fahren). Christel bleibt unten, denn sie ist nicht sehr »höhentauglich«. Wieder unten machen wir einen ausgiebigen Spaziergang über das Skistadion und wandern auch zum Osloer Fernsehturm, der unweit des Holmenkollen liegt. Auch hier fahre ich mit dem Fahrstuhl nach oben und schieße ein paar Fotos aus der Höhe.
Mutig geworden durch die letztlich glatte Fahrt durch Oslo zum Holmenkollen machen wir uns auf den Weg ins Zentrum. Ich möchte noch gern einmal vor dem Osloer Rathaus stehen. Zunächst aber fahren wir zum berühmten Vigelandsparken. Die Reiseführer übertreiben nicht, wenn sie empfehlen, diesen Park unbedingt zu besuchen. Nach einem langen Spaziergang durch den Park fahren wir wie gesagt Richtung Zentrum. Mittlerweile ist Rushhour, und wir kommen nur sehr langsam voran, erreichen das Zentrum aber ohne Umwege. Doch leider müssen wir unser Vorhaben wenige Meter vor dem Ziel aufgeben, da der Rathausplatz nicht befahren werden darf; ausgerechnet heute ist er wegen der Vorbereitungen für eine Großveranstaltung gesperrt. Also nehmen wir die nächste Gelegenheit, auf die E 6/E 18 zu gelangen und verlassen Oslo in südlicher Richtung. Da wir nicht in Oslo auf einen der beiden Campingplätze gehen wollen (sind angeblich immer voll und wohl auch nicht sehr schön bzw. nicht empfehlenswert) fahren wir bis nach Larkollen. Der Platz liegt zwar etwas ab vom Weg, aber sonst sehr schön.
Der Rest unserer Reise besteht mehr oder weniger aus »fahren und gut voran kommen«, denn wir sind noch gut 800 km von Hamburg entfernt. Anders als auf dem Hinweg wählen wir für den Rückweg die Fähre Helsingborg/Helsingør. Wir kaufen ein Kombiticket (gilt auch für die Fähre von Rødbyhavn nach Puttgarden) für 610 DKR. Von Helsingør fahren wir westlich bis nach Ålsgårde und verbringen die letzte Nacht unserer Reise dort auf dem Campingplatz.
Die letzte Etappe unserer langen Fahrt nehmen wir erst am späteren Vormittag in Angriff. Pünktlich erreichen wir die Fähre nach Puttgarden. Beim Verlassen der Fähre sehen wir den einzigen Elch auf unserer Fahrt (ein anderes Auto mit dem Kennzeichen EL-CH). Mit weniger als 80 km/h quälen wir uns über die sehr volle B 207 bis zur A1. Dann geht es etwas zügiger voran und wir kommen so gegen 16.30 Uhr zu Hause an.
Nach 3 Wochen und mehr als 6300 km endet eine tolle Reise, die uns phantastische Landschaft, unglaublich gutes Wetter (zumindest auf den Lofoten) und viele neue Eindrücke von Norwegen beschert hat. So bekommt man unbedingt Appetit auf mehr. Ich glaube, es wird nicht wieder 4 Jahre dauern, bis wir das nächste Mal nach Norwegen fahren.
Diesen Bericht habe ich nicht geschrieben, weil ich auch mal einen Beitrag für eine Homepage verfassen wollte, sondern weil ich großen Spaß daran hatte und habe, auf diesem Wege unsere Reise noch einmal zu durchleben und zu genießen. Ich hoffe, es ist etwas von der Begeisterung, die Norwegen in mir ausgelöst hat, in meinem Worten zu spüren. Des weiteren hoffe ich, ihr findet Spaß an und einige Anregungen in dem Bericht.
Unser Dank gilt den trollbarna, dass wir dort zu Gast sein dürfen und so unsere Erfahrungen mit anderen teilen können.
På gjensyn i Norge!
02.01.2010:
Godt nytt år - Frohes Neues...
27.12.2009:
Spende an "Save the Children"
24.12.2009:
God Jul - Frohe Weihnachten
03.11.2009:
Lofoten-Fotos online
30.08.2009:
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